Die
Burg Hohenasperg ist in Asperg unweit von Ludwigsburg zu finden.
Der
weithin sichtbare, abgeflachte Bergkegel mit der im 11. Jahrhundert von
den Grafen von Ingersheim, einer Nebenlinie der Grafen von Calw, erbauten
Burg mit Bergfried, Kapelle und Wohnhaus, war bereits zur Zeit der Kelten
Herrschersitz und Burg. Die
Burg kam im 12. Jahrhundert in den Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen,
deren spätere Nebenlinie sich "von Asperg" nannte und die
Burg 1308 dann an die Württemberger verkaufte. Die Burg, die 1312 von
den Reichsstädten erobert und zerstört wurde, wurde danach wieder
aufgebaut. Die sich mittlerweile unterhalb der Burg entwickelte Siedlung
Asperg wurde im 13. Jahrhundert zur Stadt erhoben. Ausgebaut
zu einem festen Bergschloss sollte die Burg nun allen Angriffen Stand
halten. Dem 1519 erfolgten Angriff von Truppen der Reichsstädte,
vereint im Schwäbischen Bund, konnte zwar Stand gehalten werden, doch
die Burg wurde stark zerstört und Herzog Ulrich von Württemberg, der
Burgherrr, außer Landes vertrieben.
Da sich bereits das ganze Land ergeben hatte, kapitulierte schließlich
auch der Burgkommandant Hans Leonhard von Reischach. Herzog
Ulrich eroberte sich nach seiner Rückkehr im Jahr 1534 die Burg zurück
und baute sie danach zu einer großen Landesfestung aus. Der Umbau
kostete die damals enorme Summe von 110.000 Gulden!
Nach Abschluss des Umbaus blieb die Burg herzogliche Residenz. Weitere
Baumaßnahmen erfolgten durch Herzog Christoph. 1634
wurde die Festung durch kaiserliche Truppen belagert. Nachdem die
Brunnen vergiftet oder zugeschüttet und Anfang Dezember die Burg
niedergebrannt wurde, brach Anfang 1635 die Pest auf der Burg aus. Im
Juli kapitulierte die Besatzung. Württemberg erhielt die Festung 1636
wieder zurück.
Nach dem die Burg 1688 kampflos an den französischen General Melac
übergeben wurde, der dann vor seinem Abzug noch einige Gebäude
anzündete, wurde der Hohenasperg bedeutungslos und nur noch als
Garnison genutzt. Seit
1738 dient der Hohenasperg als Staatsgefängnis, in dem auch 10 Jahre
lang der Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart von Herzog Carl
Eugen aus politischen Gründen gefangen gehalten wurde. Das erste Jahr
seiner Gefangenschaft verbrachte er im Bergfried, dem so genannten
"Schubart-Turm". Auch Franz List und der Dichter Berthold
Auerbach wurden hier gefangen gehalten. Der
unregelmäßig trapezförmig gestaltete Burgkern aus kasernenartigen
Gebäuden stammt aus der Umbauzeit von Herzog Ulrich. Die Außenerscheinungen der Gebäude
wurden mittlerweile verändert oder auf den alten Fundamenten neu
aufgebaut. Der auf der Nordseite angebrachte Torturm mit
Durchfahrtstunnel stammt aus dem Jahr 1535.
Ein Mauergürtel mit Geschütztürmen, Basteien und Gräben, die
zeitweise in Terrassen übereinander angeordnet sind, scheidet den
inneren Komplex von der eigentlichen Befestigung. Dieses Prinzip wurde
im ausgehenden Mittelalter entwickelt. Am
Ende des 17. Jahrhunderts wurde an der Nordostseite ein Wall mit
Bankett, Graben und Glacis angelegt. Der sogenannte
"Schubart-Turm" stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Der Turm
wurde Ende des 18. Jahrhunderts erhöht; das Fundament, teilweise aus
staufischen Buckelquadern, ist noch zu erkennen. Beeindruckend
ist das "Löwentor", durch das man die Burganlage betritt, und
der nachfolgende steile und gut befestigte Hohlweg, der zur eigentlichen
Kernanlage führt. Das
auf dem Hohenasperg bereits 1738 eingerichtete Gefängnis wird heute als
Justizvollzugskrankenhaus genutzt.
Spötter behaupten, dass der Hohenasperg der höchste Berg im Land ist,
weil manch einer, der dort hinaufkam, Jahre gebraucht hat, bis er wieder
unten war.
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