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Festungsruine HohentwielDie Festungsruine "Hohentwiel" finden sie in in der Stadt Singen und somit in direkter Nachbarschaft zum Bodensee.

Die ehemals württembergische Exklave Hohentwiel ist ein extrem bedeutendes Kultur- und Naturdenkmal. Der Hohentwiel gehört mit einer Fläche von 9ha zu den größten und ältesten Festungsruinen Deutschlands. 
Der Berg Hohentwiel selbst ist, wie alle Berge des Hegaus, vulkanischen Ursprungs.

Bereits im Jahr 914 wird vom Bau einer Festungsanlage durch das neu errichtete schwäbische Herzogtum auf dem Berg Twiel berichtet. Die Nachkommen des Grafen Burkhard (917-926) bauten dann die Befestigungsanlage auf dem Berg zu einer Herzogsresidenz aus. Zusätzlich wurde noch ein Kloster gegründet, das jedoch im Jahr 1005 von König Heinrich III. nach Stein am Rhein verlegt wurde, wo es dann noch bis ins Jahr 1525 fortbestand.

Die Herzöge von Zähringen kamen dann auf bisher noch unbekannte Art und Weise in den Besitz des Hohentwiels. Durch List und Tücke wurde dann 1086 der Abt Ulrich von St. Gallen insgesamt 35 Jahre lang Besitzer der Burg. Die bislang im Dorf unter dem Hohentwiel lebenden Herren von Singen setzten sich nach 1122 auf dem Berg, den sie dann Twiel nannten, fest. Somit wurde aus der Herzogsresidenz eine gewöhnliche Ritterburg.

Albrecht von Klingenberg, der Bruder des damaligen Bischofs von Konstanz, erwarb im Jahr 1300 den Hohentwiel, auf dem dann im 15. Jahrhundert zwei Zweige der Familie von Klingenberg mit zeitweilig 19 Kindern lebten.
Hans Heinrich von Klingenberg schloss 1511 einen Vertrag mit dem württembergischen Herzog Ulrich, in dem er ihm freien Zugang auf den Hohentwiel gewährte. Damit war Herzog Ulrich jedoch keinesfalls zufrieden. Deshalb wurde 1521 ein bedingter Kaufvertrag geschlossen, der vorsah, dass Ulrich in dem Moment die Burg wieder zurückgab, in dem er sein Württemberg wieder zurückerhielt. Ulrich erhielt dann zwar im Jahr 1534 das Herzogtum Württemberg wieder zurück, den Hohentwiel jedoch behielt er. Somit traten 1538 die Klingenberger deren Stammburg wohl oder übel in einem förmlichen Kaufvertrag an Ulrich ab. Den vollständigen Kaufpreis erhielten sie jedoch nie.

Der Hohentwiel wurde dann im 16 Jahrhundert, als Exklave des württembergischen Territoriums weit nach Süden verlagert, zu einer der sieben württembergischen Landesfestungen ausgebaut. 1553/54 erweiterte man die Festung zu einem fürstlichen, schwäbischen Renaissancebau.
In dieser Zeit bestand die Besatzung aus bis zu 50 Soldaten, die zum Teil mit ihren Familien auf der Festung lebten. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erhöhte man wegen Kriegsgefahr die Besatzung vorübergehend auf 300 Mann.
Am 1. Mai 1800 war es dann soweit. Der französische General Vandamme von den Truppen Napoleons forderte die Hohentwiel- Kommandanten Oberst Georg Bernhard von Bilfinger und Oberstleutnant Friedrich von Wolff zur Übergabe auf. Bereits am darauf folgenden Tag mussten sie dann mit den 279 Bewohnern die Festung räumen. Da von Napoleon persönlich die Schleifung der Festung angeordnet wurde, machten von Oktober 1800 bis März 1801 französische Mineure und Abrisskommandos aus der Umgebung den Hohentwiel unbewohnbar. Dächer und Decken wurden abgerissen, Möbel, Holz und sonstige Dinge wurden verkauft. Somit war das Ende des Hohentwiels gekommen.

Die Domäne Hohentwiel blieb jedoch als württembergische Gemeinde bestehen und wurde 1850 zu einer Teilgemeinde der Stadt Tuttlingen. Am 1. Januar 1969 erfolgte die Eingliederung in die Gemarkung der Stadt Singen.
In dem Roman "Ekkehard" von Viktor Scheffel aus dem Jahr 1855 und "Geschichte vom Hohentwiel" von Karl Martens aus dem Jahr 1857 lebt der Hohentwiel weiter. Zudem findet seit 1969 alljährlich im Frühsommer das traditionsreiche Hohentwiel-Fest statt.

Ich muss gestehen, dass ich vom Hohentwiel unglaublich beeindruckt war. Selten habe ich eine derart große und gut erhaltene Festungsruine besichtigt. Ich kann ihnen nur empfehlen, sich dieses eindrucksvolle und sehenswerte Kulturdenkmal unbedingt einmal anzuschauen. Ziehen sie aber unbedingt festes Schuhwerk an!

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