Die
Burg "Hohenneuffen" liegt, von Kirchheim aus nach Neuffen
fahrend, linker Hand auf einem von weitem sichtbaren Bergsporn. Von großzügig
angelegten Parkplätzen aus ist sie binnen weniger Minuten zu Fuß
erreichbar.
Wussten
Sie, dass 1948 auf dem Neuffen anlässlich einer Konferenz die Weichen für
die Bildung des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg gestellt wurden?
Nein? Na dann wissen Sie es jetzt!
Mangold
von Sulmetingen-Neuffen erbaute im 12. Jahrhundert die Burg, die 1170
von seinem Verwandten Bertold II. umgebaut, evtl. auch durch die
Schildmauer erweitert wurde. Bertold II., der 1212 mit anderen Rittern
den Stauferkönig Friedrich II. aus Sizilien nach Deutschland holte,
nannte sich ab 1198 Bertold von Neuffen. Heinrich von Neuffen, Bertolds
Sohn, wurde von Friedrich II. zum Regenten von Schwaben ernannt. Die
Familie von Neuffen gründete 1230 die Stadt Neuffen.
Durch
das Aussterben der Manneslinie um 1290 wurde Konrad von Weinsberg neuer
Besitzer der Burg. 1301 verkaufte dieser die Burg an Graf Eberhard von Württemberg.
Graf Ulrich wohnte ab 1361 auf der Burg.
Die Kämpfe zwischen dem Schwäbischen Bund und Herzog Ulrich überstand
die Burg unbeschadet. Als letzte der württembergischen Festungen wurde
die Burg 1519 übergeben und erst 1534 wieder zurückgegeben. Danach
wurde Hohenneuffen zur Landesfestung ausgebaut. Im Dreißigjährigen
Krieg wurde 1634 die Burg 14 Monate durch die Kaiserlichen belagert,
bevor sie übergeben wurde. Herzog Karl Alexander lies 1735 die
mittlerweile veraltete Burg modernisieren. Die Arbeiten wurden aber 1742
nach seinem Tod wieder eingestellt. 1795 wurde Hohenneuffen vom Landtag
aufgegeben, 1801 wurde sie sogar geschleift. Seit dem 15. Jahrhundert
diente die Burg auch als Gefängnis. So berühmte Leute wie Süß
Oppenheimer, Finanzexperte von Herzog Karl Alexander, der Tübinger Vogt
Konrad Breuning oder der Zwiefalter abt Georg Fischer durften sich hier
unfreiwillig mit Wasser und Brot ernähren.
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