Vorwort zum Thema Burgen
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Unser Schwabenländle ist mit Sehenswürdigkeiten, wie z.B. mit Burgen, Schlössern und Klöstern, geradezu überhäuft! Der Besucherandrang, der auf solchen Anlagen tagtäglich herrscht, zeigt mir, dass ich nicht der Einzigste bin, der hierfür ein sehr großes Interesse aufbringt. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, Ihnen auf den folgenden Seiten die interessantesten Burgen, Schlösser und Klöster im Ländle aufzulisten, Beschreibungen der jeweiligen Bauwerke auszuarbeiten, Fotos zu integrieren und gleichzeitig eine dazugehörige, kleine Standortbeschreibung sowie eine Straßenkarte als Orientierung beizufügen. Lassen Sie mich zu Beginn jedoch etwas über die Burgen
an sich bemerken: Auf der Schwäbischen Alb bot sich der Albtrauf mit seinen Felsvorsprüngen und seiner weiten Aussicht buchstäblich für den Burgenbau an. Im Donautal zwischen Tuttlingen und Sigmaringen und im Großen Lautertal stehen die Burgen dichtgedrängt auf Sichtweise. Auch die Gegend zwischen Kirchheim, Reutlingen und Urach weist mit 60 Burgen eine sehr hohe Baudichte auf. Da in der Stauferzeit der Burgenbau Hochkonjunktur hatte, umfasste der staufische Besitz alleine ca. 250 Burgen. Nach dem Ende der Staufer-Herrschaft begann vom Beginn
des 14. Jahrhunderts bis zum Jahr 1500 das große Burgensterben. Diesem
fielen zwischen Alpen und Rhein rund drei Viertel aller Anlagen zum Opfer.
Durch neue Waffentechniken waren jetzt auf einmal die hohen Bergfriede und
Schildmauern störend, da diese gute Ziele für die feindliche Artillerie
boten. Wie z.B. die Württemberger begannen viele Landsherren, sich auf
wenige Burgen zu konzentrieren oder konnten sich die hohen Umbau- und
Modernisierungskosten schlicht und einfach nicht leisten und stellten sich
unter den Schutz eines mächtigeren Herren. Andere zogen von ihren Bergen
wieder herab in die Dörfer und erbauten Schlösser oder bauten ihre
Stadtburgen um (wie z.B. die Württemberger u.a. in Stuttgart). Bevor Sie jetzt jedoch Ihre Rüstung anlegen und den
Gaul satteln, sollten Sie sich folgenden, aus dem Jahr 1518 stammenden
Brief des Humanisten und Schriftstellers Ulrich von Hutten zu Gemüte
führen: In seinem Buch "Vom Elend des Ritterlebens"
beschrieb Prof. Horst Fuhrmann den Alltag auf einer Burg folgendermaßen: So romantisch, wie wir uns das Ritterleben immer vorstellen, war´s also ganz und gar nicht. Aber trotzdem: für ein paar Wochen (aber nur im Sommer!) würde ich schon mal gerne auf einer Burg leben um das damalige Treiben so richtig nachvollziehen zu können. Vielleicht dürfte ich dann ja dem Burgfräulein ein Tüchlein zum Beweis meiner Gunst überreichen...wer weiß? |