Der-Ulmer
Grünschnabel
Dabei seit: 18.05.2007
Beiträge: 9
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18.05.2007 17:04 |
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alaholfus
Jungspund

Dabei seit: 22.04.2007
Beiträge: 22
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auch Alaholfus grüsst herzlichst den Ulmer !
Zu meiner Zeit ( Mitte 10. JH ) war zwar Ulm noch ein eher unbedeutendes Dorf - aber schon 150 Jahr später hat dem unser alter Rotbart abgeholfen und Ulm zur damaligen Quasi-Hauptstadt von Schwaben erhoben! Und wenn ich meine Verwandten, die Agilolfinger und Udalriche besuchte, kam ich immer durch Ulm, wo ich dann in "Klein-Venedig" ein paar kostbare Tuche für meine Frauen und unser Kloster einhandelte.
... und vergesst mir nicht die "Ulmer Schachtel" und's Nabade und der Schneider und und und .....
Ja ja, und dass ihr die alte Bürgerwehr wieder reanimiere dent, des isch schau reacht so .... wo doch die Völkerwanderung wieder voll im Gange isch und uns die Osmanä und Wendä und sonschtige Nomade umschwirret wie'a 'd Griebemückle en alte Käs !
Und, wenn'r Hilfe brauchet, no lasset no d' Hörner schalle! Mit de Herre vo Berg, em Juschtinger Anselm und de Helfstoiner werde mr scho a Trüpple z'seme kriega, wo dene zoige werd, wo dr Bartl d Mosch hollet !
Also, haltet uns uf'm Laufende und machets guet !
Gott zum Gruße, alaholfus vom Marchtal
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von alaholfus am 19.05.2007 20:47.
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19.05.2007 20:44 |
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Der-Ulmer
Grünschnabel
Dabei seit: 18.05.2007
Beiträge: 9
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Ist ja schon eine Weile her, aber ich hab's versprochen und jetzt fang' ich mal an. Also Teil 1 der Beschreibung der Festung Ulm: Werk XXXIV Fort Unterer Eselsberg
Das Fort Unterer Eselsberg wurde in den Jahren 1848 bis 1856 vom Königlich Württembergischen Oberleutnant Faber du Faur erbaut. Das auf einer mittleren Stufe des Eselsberg erbaute Fort wurde in der Form einer Flèche ausgeführt, im Gegensatz zu anderen Forts der Bundesfestung Ulm fehlen die Flanken, so dass die beiden Facen direkt an den Kehlpunkten ansetzen. Das bogenförmige Reduit im ausspringenden Winkel der Kehle setzt sich beidseitig in Flankenhalbtürmen, so genannten Traditoren fort, die über die Kehlmauer hinausragen und somit hervorragenden Flankenschutz geboten hätten. Das Reduit besitzt zwei Stockwerke und die um ein Stockwerk herabgesetzten Halbtürme haben jeweils ein Kellergeschoß im Grabenbereich. Die Fassade zum Reduithof besteht aus Backstein und besitzt zwei Wendeltreppentürme, die das Gebäude um ein Stockwerk überragen. Diese Turmgeschosse dienten als Ausstiegsschutz zum ursprünglich erdbedeckten Dach, das als Verteidigungsplattform mit Erdbrustwehr versehen war. Im ausspringenden Winkel der beiden krenelierten Kehlmauern befindet sich das Tor zum Reduithof, dessen ursprünglich hölzernen Torflügel bei der Modernisierung in den 1880er Jahren durch welche aus Metall ersetzt wurden, diese jedoch sind heute noch in Gebrauch. Rechts im Reduithof stand ein Brunnenhaus über einem rund 60 Meter tiefen Brunnenschacht. Das hölzerne Brunnenhaus ist nicht mehr vorhanden, stattdessen steht heute ein abschließbarer Metalldeckel auf einem Backsteinrundbau, im Brunnenschacht gäbe es immer noch Trinkwasser zu fördern. Das Werkstor befindet sich dicht beim Reduit in der rechten Kehlmauer, das ebenfalls in den 1880er Jahren durch ein metallenes ersetzt wurde.
Im Saillant des Werkes erbaute Faber du Faur eine mächtige Doppelgrabenwehr. Der rechte Winkel der Spitze erforderte ein Auseinanderziehen der beiden Haupttürme, um beide Facen bestreichen zu können. Der dazwischen liegende Rundbau wirkte ins Vorfeld. Hinter der Grabenwehr liegt in der Frontspitze des Walls eine Eindrucksvolle Wurfbatterie für vier Mörser, an die rückwärts, bereits im Wallinnern, ein kleines Verbrauchspulvermagazin anschließt. Zur Wurfbatterie und dem Verbrauchspulvermagazin gelangt man durch eine Wallunterquerende Poterne, deren Eingang auf der Wallrückseite liegt. Im Wallinnern erweitert sich diese zu einem hohen gewölbten Raum, der durch einen Zwischenboden unterteilt werden konnte, ein Steigschacht zur darüber liegenden Hohltraverse hätte zum gefahrlosen Munitionstransport genutzt werden können. Die Strebepfeiler dieses großen Raumes bilden die Trägerpfeiler der darüber liegenden Hohltraverse alten Stils, die Hohltraverse ist auch der eigentliche Grund für die Größe des darunter liegenden Raumes mit drei Gewölben, dessen eigentliche Aufgabe das Fundament der Hohltraverse zu sein ist. Bei der Modernisierung wurde die Hohltraverse dann erdummantelt und hätte fortan nur noch als Untertretraum für die Wallgeschützmannschaften gedient. Ein flankierendes Geschützfeuer aus der Hohltraverse war dann nicht mehr möglich, die Wallkrone wurde ebenfalls mit Erdtraversen neu gegliedert und somit den taktischen Erfordernissen angepasst. 1888 erhielt das Reduit einen Nebenausgang mit einem Damm der den Graben zwischen Reduit und Werkshof überquerte, für den Nebenausgang wurden die ersten beiden Schießscharten auf der rechten Seite des Reduits, gleich im Anschluss an das Tor zum Werkshof, aufgebrochen und kunstvoll mit einem gemauerten Torbogen versehen.
Der Wall reicht auf beiden Seiten nicht ganz bis zu den Kehlmauern. Links befindet sich zwischen Futter- und Kehlmauer eine Kehlbatterie für vier Geschütze mit Wirkung ins Blautal und rechts beendet eine hohe Futtermauer den Wall, ein Strebebogen zwischen Futter- und Kehlmauer sorgte für mehr Stabilität. Im Wallinnern an der linken Futtermauer befindet sich das Pulvermagazin des Forts.
Das Fort Unterer Eselsberg sollte mit dem Fort Prittwitz und dem Fort Oberer Kuhberg die Eckpunkte eines im Bedarfsfalle zu errichtenden "verschanzten Lagers" für eine 100 000 Mann Armee bilden.
Das Fort Unterer Eselsberg bot Unterkunft für 684 Mann. Im Zuge des Deutsch-Französischen Krieges mussten in der Festung Ulm einige tausend französische Kriegsgefangene untergebracht werden, so auch im Fort Unterer Eselsberg, dabei handelte es sich ausschließlich um Mannschaften und Unteroffiziere, die Offiziere waren mit einer Ausnahme alle in der Zeughauskaserne untergebracht, die Ausnahme, ein Oberst, bezog Privatquartier. Die farbigen französischen Soldaten, die so genannten Turkos, waren gesondert im Fort Oberer Kuhberg untergebracht.
Mit Einführung der Militärtelegraphie in Ulm wurde das Fort Unterer Eselsberg an das Festungstelegraphennetz angeschlossen. Im Frieden erfolgte die Wasserversorgung durch Anschluss an die Albwasserversorgung, während bei einer Belagerung die Pumpstation Lehrer Tal zu Hilfe genommen werden konnte. Um 1900 befanden sich im rechten Rondengang ein Pferdestall und ein großer Holzschuppen, im Werkshof der Förderbahnschuppen, mit Material für eine Armierungsbahn für den "Abschnitt Eselsberge". Im Reduithof befand sich ein Kohleschuppen, ein weiterer Kohlenschuppen befand sich außerhalb des Forts, am Beginn des gedeckten Weges im südlichen Glacis, westlich davon befand sich noch ein Abort. Die Aborte innerhalb des Forts befanden sich auf beiden Stockwerken des Reduits in den Kasematten, die sich direkt an die Traditoren anschließen und eine weitere war in einem Mauerbogen links der Doppelgrabenwehr. Die Abortgruben waren jeweils über den Graben erreichbar und konnten so gelehrt werden.
Der Grundriss zeigt den Zustand um 1900.
Luftbild von 2002.
Die linke Kehle mit Kehlbatterie, der Graben ist weitgehend zugeschüttet worden.
Die Doppelgrabenwehr.
Rechtes Wallende mit Rondengang.
Hohltraverse alten Stils auf dem Wall.
Im Innern des Walls erweitert sich die Poterne zu einer zweistöckigen Halle.
In oben beschriebenen Fort befindet sich unter anderem der Jugendtreff den ich seit fast 20 Jahren ehrenamtlich umtreibe. Wer also mal in die Gegend von Ulm kommt darf sich ruhig bei mir melden, dann gibt's eine Privatführung!
__________________ "Furchtlos und trew"
"Pionier', das schwarze Corps, thut sich unter allen vor!"
Württembergisches Pionier-Bataillon Nr. 13
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17.02.2008 06:38 |
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Der-Ulmer
Grünschnabel
Dabei seit: 18.05.2007
Beiträge: 9
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Unweit von "unserem" Fort Unterer Eselsberg befindet sich ein weiteres Kleinod der Festung Ulm, das Fort Söflinger Turm, leider haben wir hierzu keinen Schlüssel, aber die Außenanlagen können auch ohne besichtigt werden:
Werk XXXIII Fort Söflinger Turm
Das Zwischenwerk Fort Söflinger Turm wurde in den Jahren 1855 bis 1856 vom Königlich Württembergischen Oberleutnant Faber du Faur am Fuße des westlichen Eselsbergs, über der Blautalsohle, erbaut.
Das Söflinger Werk war eines von ursprünglich drei Turmforts der Festung Ulm. Das Reduit hat einen halbkreisförmigen Grundriss, von ihm aus laufen die Kehlmauern zu den Wallenden. Der Eingang zum Reduit wurde von einer kleinen Hofmauer geschützt. In der linken Kehlmauer befindet sich das Werkstor, rechts ist an das Reduit eine Abortkasematte an die Kehlmauer angebaut. Das Pulvermagazin wurde in die Futtermauer des rechten Wallendes eingebaut. Der Kehlgraben des Werks wurde recht schmal ausgeführt und stellenweise direkt aus dem Fels herausgearbeitet. Das Reduittor und das Werkstor besaßen ursprünglich je eine Klappbrücke. Das Werk ist mit einem Erdwall umschlossen, der in seiner Form überwiegend unverändert erhalten geblieben ist, selbst die beiden Kreisbögen aus Quadersetzungen für die Schwenkräder der Wallgeschütze, auf den Geschützbänken der Face, sind noch vorhanden. Die Wallanlagen zeigen somit heute noch/wieder die ursprüngliche Form, da der Wall bei den Modernisierungen in den 1880er Jahren nicht verändert wurde.
Vom Reduit aus bestand die Möglichkeit über einen Ausstieg das Dach zu besetzten, dieser Dachausstieg überragte das Erdgeschoss um ein Stockwerk und war weithin sichtbar, er ermöglichte es der Besatzung auch vom Dach aus das Feuer zu erwidern, ihre Deckung bestand aus einer mannshohen Erdbrustwehr. Um der Entwicklung der Artillerie Rechnung zu tragen, wurde bei der Modernisierung das Obergeschoss des Treppenturms abgebrochen.
Das Fort Söflinger Turm war für eine Besatzung von 100 Mann eingerichtet, während der Festungszeit diente das Fort als Lagerplatz für einen Großteil des Armierungsgeräts des 2. Abschnitts (Abschnitt Eselsberge). Zusammen mit dem Fort Oberer Kuhberg und dem Fort Unterer Eselsberg sollte das Fort Söflinger Turm von Norden her das Blautal und dessen nördlichen Hänge sichern. Da kein Brunnen im Werk vorhanden war mussten bei einer Armierung Wassertonnen aufgestellt werden. Im Jahre 1907 wurde das Fort Söflinger Turm doch noch an die Wasserversorgung angeschlossen und zwar über den Ausgleichshochbehälter der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn, deren Strecke nach Blaubeuren nicht weit vom Fort entfernt durchs Blautal führt.
Bei der Armierung von 1914 wurden dem Söflinger Werk die Gräben 33/34, 35/36 sowie die Infanterieräume „Steinbruch“ und „Blautal“ und ein Infanterie Beobachtungswerk mit Drahthindernissen vorgelagert. Beide Infanterieräume wurden 1947 gesprengt und später übererdet, sind aber noch vorhanden.
In den 1930er Jahren wurde das Fort zuerst vom Arbeitsdienst später vom Reichsarbeitsdienst genutzt und während des Krieges von den Wachmannschaften des nahe beim Fort errichteten Zwangsarbeiterlagers. Ebenfalls in der Nähe wurde ein Luftschutzraum erbaut der der Belegschaft des nahen Magirus-Deutz-Werkes und der Wohnbevölkerung der Umgebung diente, die Zwangsarbeiter mussten bei Angriffen in ihren Baracken bleiben. Nach dem Krieg dienten die Baracken als Unterkünfte für Flüchtlinge und Ausgebombte, später entstanden um das Fort eine Siedlung und ein Gewerbegebiet. Im Fort Söflinger Turm befand sich bis in die 1970er Jahre ein Steinmetzbetrieb, von dem ein Teil der Kehlmauer abgebrochen und der Kehlgraben weitgehend verfüllt wurde. Der linke Kehlwall wurde teilweise eingeebnet und an mehreren Stellen im Werk zusätzliche Gebäude errichtet. Die Veränderungen am Wall wurden in den 1980er Jahren durch die Stadt Ulm beseitigt. Seit her wird das Reduit als Lagerplatz durch die Stadt Ulm verwendet, leider sperrt sich die Stadt Ulm nach wie vor einer weiteren Nutzung und/oder Restaurierung des Werkes.
Von den Eselsbergern wird das Fort Söflinger Turm liebevoll „Türmle“ genannt und ein ganzes Wohnquartier ist heute nach ihm benannt.

Grundriss des Söflinger Werks.

Luftbild der Anlage von 2002.

Rechte Kehlseite.

Reduit mit Reduithof und ganz links dem Werkstor, mit bzw. ohne Torpfeiler.

Der kleine Reduithof mit Tor.

Linker Kehlgraben.

Linke Kehle, Reste der Umbauten sind unschwer zu erkennen.

Linke Kehl- bzw. Wallfuttermauer, mit noch vorhandenem linken Torpfeiler des Werkstores.

Linke Flanke mit Graben.

Rechte Front.

Das Reduit vom Wall aus gesehen.

Geschützbankett vom rechten Wall aus gesehen.

Heiznische mit Türen, im Innern des Reduits.

Ausschnitt aus einer Luftbildpostkarte um 1960. Im Hintergrund sind noch die ehemaligen Zwangsarbeiterbaracken aus dem 2. WK und schon einige Neubauten zu sehen.

Das Werksinnere in den 1960ern.

Der Arbeitsdienst bei der Arbeit, Anfang der 1930er.

Skizze der Modernisierungsarbeiten von 1887.
__________________ "Furchtlos und trew"
"Pionier', das schwarze Corps, thut sich unter allen vor!"
Württembergisches Pionier-Bataillon Nr. 13
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21.03.2008 10:34 |
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