Das
Kloster "Blaubeuren" finden Sie im gleichnamigen Ort
Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb. Das Kloster Blaubeuren zählt zu den gut erhaltenen, großen
Klosteranlagen in Württemberg.
Im Jahr 1085 wurde mit
dem Bau des von den Tübinger Pfalzgrafen Anselm und Hugo sowie deren
Bruder Sigiboto von Ruck gestifteten Benediktinerklosters Blaubeuren
begonnen. Abt Wilhelm von Hirsau, der die Reform der Benediktiner im
Kloster einführte, leitete die Geschicke des Klosters, das bis in die
heutigen Tage sehr gut erhalten ist. Die
Weihe der Klosterkirche erfolgte im Jahr 1124. Im Jahr 1447 wurde das
Kloster von Württemberg übernommen. Unter Abt Heinrich III. Fabri, der
von 1457 bis 1495 das Kloster leitete, erlebte dann das Kloster
Blaubeuren seine Blütezeit. Er war verantwortlich dafür, dass von 1466
bis 1510 das Kloster rundum erneuert wurde. Graf Eberhart im Bart, ein
persönlicher Freund von Abt Heinrich III. Fabri, hatte im Kloster ein
eigenes Zimmer. Die heute sichtbaren Bestandteile des Klosters, an denen
auch die Äbte Gregorius Rösch und Ulrich Kundig beteiligt waren,
stammen größtenteils aus dieser Zeit. Die Kirche, ein Werk von Peter
von Koblenz, entstand in den Jahren 1491 bis 1499.
Wie in anderen Klöstern,
wurden auch in Blaubeuren während der Reformation die Mönche aus dem
Kloster vertrieben. Die im Jahr 1556 von Herzog Christoph gegründete
Klosterschule wurde im Zuge von Veränderungen in der
Zeit der Säkularisation im Jahr 1810 ins Kloster Schöntal verlegt
und im Jahr 1817 als evangelisch-theologisches Seminar
wiedereröffnet. Es hat bis zum heutigen Tag Bestand. Wilhelm Hauff und
Friedrich Theodor Vischer z.B. waren hier Schüler.
Das Prunkstück vom
Kloster Blaubeuren ist jedoch der einmalig schöne und wunderbar
erhaltene Hochaltar sowie das 1493 vom Ulmer Künstler Jörg Syrlin
geschnitzte Chorgestühl. Der Hochaltar, ein in den Jahren 1493 und 1494
geschaffenes Gemeinschaftswerk der Ulmer Schule, gehört sicherlich zu
den schönsten und wertvollsten Werken der Spätgotik. Er ist wohl das
großartigste Denkmal schwäbischer Altarbaukunst Ende des 15.
Jahrhunderts. Die Tafelmalereien stammen von Bartholomäus Zeitblom aus
Ulm und Bernhard Strigel aus Memmingen, die plastischen Teile von
Michael und Gregor Erhart.
An hohen Feiertagen erstrahlen im Glanz von Gold und Farben unter
köstlichen Baldachinen die geschnitzten Figuren der herrlichen Madonna,
die von den beiden Johannes und den Ordensheiligen Benedikt und
Scholastika umgeben ist. In den Flügeln ist die Anbetung der Könige
und Christi Geburt zu bewundern. Die Legende des Täufers ist bei einmal
geöffneten Flügeln in voller Breite auf sechzehn gemalten Tafeln zu
ersehen, im geschlossenen Zustand, also an Werktagen, zeigen vier Tafeln
die Passion.
Nicht nur den direkt
neben dem Kloster liegenden Blautopf und die alte Mühle-, sondern auch
das wunderschön erhaltene und im Fachwerkbau erstellte ehemalige
Badhaus der Mönche sollte man sich anschauen. Dieses 1510 erbaute
Badhaus, in dem jetzt ein städtisches Museum untergebracht ist, ist das
einzigste Haus dieser Art innerhalb Deutschlands Klosteranlagen.
Auch am Brunnen
innerhalb des Klosterhofes sollte man nicht achtlos vorbei gehen. Der
1551 vom Reutlinger Bildhauer Hans Huber erschaffenen Brunnen zeigt
Johannes den Täufer, der gleichzeitig Schutzpatron des Klosters
Blaubeuren ist, bei der Taufe von Christus. Ein uralter Freistein bildet
die Säule dieses Brunnens.
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Fotos vom Blautopf

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