Das
Kloster "Heiligkreuztal" finden Sie im gleichnamigen Ort
in der Nähe von Riedlingen in Oberschwaben.
Heiligkreuztal
ist das am besten erhaltene der ehemals sechs Zisterzienserklöster in
Schwaben.
Fromme Frauen aus Altheim bei Riedlingen, die vom Ritter Konrad von
Markdorf das in der Nachbarschaft gelegene Gut Wasserschapfen geschenkt
bekamen, waren 1227 die Gründerinnen des Klosters.
Auf das gleichzeitige Geschenk einer Heiligkreuzreliquie vom Grafen von
Landau-Grüningen ist, einer Sage nach, der Klostername Heiligkreuztal
zurückzuführen.
Auf
Bitten der Nonnen und auf Befehl des Papstes erfolgte 1233 die Aufnahme
in den Zisterzienserorden. König Heinrich VII. stellte 1234 das Kloster
unter seinen Schutz. Dem Zisterzienserkloster Salem wurde 1238 das
Aufsichtsrecht über Heiligkreuztal übertragen.
Das
Anwachsen der Nonnen von zehn im Jahr 1250 auf 125 im Jahr 1382 sowie
sonstige Teuerungen brachten das Kloster in große finanzielle
Schwierigkeiten. Die Familien Landau-Grüningen und Hornstein nahmen
sich in dieser schweren Zeit dem Kloster ganz besonders an. Durch
Schenkungen von Grundstücken und durch den Kauf eines Weinberges im
Jahr 1337 machte sich der Ritter Hermann von Hornstein außerordentlich
stark um Heiligkreuztal verdient. Zusätzlich vermachte er dem Kloster
seinen gesamten Besitz. Als Dank für seine aufopferungsvolle Hilfe
erhielt er vor dem Kapitelsaal des Klosters eine Grablege.
1251
kamen dann erstmals Laienbrüder ins Kloster. Sie machten sich als
Kaufleute, Bäcker, Gerber oder als Schmied nützlich.
Veronika von Rietheim, die sicherlich bedeutendste Persönlichkeit in
der Geschichte des Klosters, wurde 1521 zur Äbtissin gewählt. Sie
sorgte dafür, dass die Reformation auch im Kloster Heiligkreuztal
Einzug hielt und sich die Klosterfrauen wieder an ein strenges
Ordensleben gewöhnten. Außerdem führte sie die von ihrer Vorgängerin
begonnene Renovierung des Klosters zielbewusst fort und stattete nicht
nur das Münster mit einem Gewölbe aus, sondern ließ auch das
Refrektorium, den Kapitelsaal und den Kreuzgang mit einem Netzgewölbe
versehen.
1552,
im Schmalkaldischen Krieg, wurde das Kloster geplündert. Die Grafen von
Zollern-Sigmaringen hatten zu Beginn des 16. Jahrhunderts die
Schirmherrschaft über das Kloster sowie die Jagdhoheit inne. 1611 kam
das Kloster zum Verband der Schwäbisch-Österreichischen Gebiete. 1632
wurde das Kloster, dieses Mal von schwedischen Soldaten, abermals
geplündert. Nachdem
das Kloster die Reichsunmittelbarkeit nicht mehr erlangte, wurde ihm
1719 immerhin noch die Immunität nach zweihundertjährigem Rechtsstreit
mit den Sigmaringer Zollern verliehen. Seine heutige Gestalt erhielt das
Kloster unter Äbtissin Maria Holzapfel (1723-1761). Die Decke über dem
Nonnenchor wurde vom berühmten Stukkateur Joseph Anton Feuchtmayer
(1696-1730) ausgemalt. Ein Urkundenarchiv und eine Bibliothek mit fast
tausend Bänden entstand 1744. Ein
drittes Mal wurde das Kloster 1796 von den Franzosen geplündert. 1804
erfolgte die Säkularisation. Bei der gewaltsamen Klosterübernahme
durch Württemberg lebten noch 35 Nonnen im Kloster. Nachdem die letzten
vier Frauen im Jahr 1843 das Kloster verließen, wurde es dem Verfall
preisgegeben. Das
Kloster wurde 1972 vom Aulendorfer Stefanuswerk e.V. für eine halbe
Million Mark vom Land Baden-Württemberg erworben und in eine Stätte
christlicher Begegnung verwandelt.
Hinweis:
Durch das Anklicken der nachfolgenden kleinen Vorschaubilder erscheinen
die jeweiligen Fotos im Großformat in einem separaten Fenster
(Javascript muss aktiviert sein). Bitte dann ein klein wenig Zeit
aufbringen, denn der Qualität wegen wurden die Fotos nicht stark
komprimiert!









|