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Kloster LorchDas Kloster "Lorch" finden Sie in der Stadt Lorch im Remstal zwischen Schorndorf und Schwäbisch Gmünd.

Im Jahr 1102 wurde das Kloster von Herzog Friedrich I. gestiftet. Die von Herzog Friedrich ausgestellte Stiftungsurkunde wird im Archiv des Klosters St. Paul im Lavantal in Kärnten aufbewahrt.

Harbert hieß der erste Abt des Klosters, der vom Eifelkloster Maria Laach als Gründungsabt nach Lorch abberufen wurde.
Das als Familienkloster der Herzöge von Schwaben gegründete Kloster Lorch diente zum Zweck der Grablege für die Stifterfamilie. Das tägliche Gebet der Mönche sollte dem Seelenheil der Verstorbenen förderlich sein.

Der im Jahr 1105 verstorbene Herzog Friedrich I., der Stifter des Klosters, liegt in einer von einem namentlich nicht erwähnten Göppinger Künstler geschaffenen spätgotischen Tumba, die im Langhaus des Klosters zu sehen ist, begraben. Die Platte der Tumba ist mit drei Löwen (Stauferwappen) und einem Adler verziert und mit der Inschrift "da gloriam deo Anno domini MCII iar ward diß/closter gestift Hie lit begraben herzog fridrich von swaben. Er und siin kind disß closters stiffter sind sin nach/kimling ligent och hie bij got in allen gnadig sii Gemacht im 1475" versehen.

Dem Ruhm des königlichen Hausklosters, zu dem es durch die Krönung von Konrad III. zum König geworden war, folgte der bald danach einsetzende Niedergang, denn das Kloster Lorch war geistlicher Mittelpunkt des Stauferhauses und somit Zeitzeuge eines dramatischen Zeitalters deutscher Geschichte: dem Aufstieg und Fall der Staufer.

Die mittelalterliche Sitte der Scheinbegräbnisse macht es nahezu unmöglich, alle im Kloster ruhenden Verstorbenen ausfindig zu machen. Sicher ist jedoch, dass neben Herzog Friedrich I. noch sein im Jahr 1103 verstorbener Bruder Walter und König Heinrich, dem Sohn Konrads, sowie dessen Gemahlin Gertrud im Kloster Lorch begraben sind. Außerdem wurde die byzantinische Kaisertocher Irene, Gemahlin vom im Jahr 1208 von Otto von Wittlesbach ermordeten König Philipp, in Lorch bestattet. Zuerst, der Tradion des Klosters folgend, im Chor der Klosterkiche, danach in einer im 15. Jahrhundert errichteten separaten Kapelle des Klosters. Beatrix, eine Tochter Irenes, wurde ebenfalls in Lorch begraben.
Berichten zufolge, sollen noch Konrad, Friedrich, drei Personen namens Friederich, Wilhelm, Reginold, Reinbold, Gertrud und noch eine Frau namens Beatrix im Kloster begraben worden sein. Alle Staufergräber in der Klosterkirche sind jedoch leer, denn Abt Nicolaus von Arberg ließ Ende es 15. Jahrhunderts den Chor der Kirche im gotischen Stil erweitern und dabei alle Grüfte öffnen, die Gebeine herausnehmen und, gemeinsam mit Friedrich I., in der bereits erwähnten Tumba im Langhaus aufbewahren.

Das Kloster Lorch kam durch Schenkungen der Staufer zu ansehnlichen Besitztümern. Leibeigene (man glaubt´s kaum) hatten Steuern und Abgaben zu entrichten und sorgten für die Unterhaltung des Gottesdienstes. Unter den 800 Lehensgütern, das das Kloster Ende des 16. Jahrhunderts besaß, waren mehr als 300 Morgen württembergischen Waldes. Zur besseren Verwaltung war das Kloster in die Ämter Lorch, Pfahlbronn und Täferrot unterteilt und wurde von einem Oberamtmann verwaltet.

Das Kloster Lorch wurde sehr bald und oft angegriffen. Auch Graf von Helfenstein und andere Württemberger gehörten zu denjenigen, die sich am Kloster bereichern wollten. Unter Graf Ulrich von Württemberg fand 1462 eine Reformierung des heruntergekommenen Klosters statt. Zu dieser Zeit entstand der neue gotische Chor und der Kreuzgang sowie die Stauferbilder an den Langhauspfeilern der Klosterkirche.

Beim Aufstand des "Armen Konrads", der 1514 im Remstal stattfand, ging die Blütezeit des Klosters zu Ende. Das Kloster wurde, fünf Tage nach der Besetzung des damaligen Dorfes Lorch, eingenommen, geplündert und angezündet.

Nachdem Herzog Christoph 1556 den evangelischen Kultus eingeführt hatte, wurde Lorch zum evangelischen Kloster. Es gab zwar keine Mönche mehr, aber es wurde zur Ausbildungsstätte für evangelische Pfarrer, denen dann die Grundlagen für den späteren Eintritt ins Stift Tübingen gelehrt wurden.
1584 wurde die Klosterschule mit der des Klosters Adelberg zusammenelegt. Die gemeinsame Schule wurde in Adelberg untergerbacht.

Die Grablege der Staufer wurde durch den Fund des "Irenenrings", den man 1830 bei Grabungsarbeiten fand, gerettet. Von 1879 bis 1883 wurden die Schäden des Klosters restauriert. Der Einzug einer evangelischen Bauernschule folgte im Jahr 1932. Das evangelische Hilfswerk pachtete 1947 die Gebäude und errichtete ein Altersheim, dessen Trägerschaft 1952 von der evangelischen Heimstiftung Stuttgart übernommen wurde.

Ein großes Stauferrundbild des Künstlers Hans Kloss ist seit kurzem im Kapitelsaal des Klosters zu bewundern. Es zeigt die gesamte Geschichte der Staufer mitsamt Auf- und Abstieg dieses bedeutenden Geschlechtes. Das Kloster Lorch wird in diesem Jahr 900 Jahre alt. 

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