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Kloster Rot an der RotDas Kloster "Rot an der Rot" finden Sie im Ort Rot an der Rot in Oberschwaben zwischen Ochsenhausen und dem Autobahnanschluss A7 bei Memmingen.

Norbert von Xanten, der spätere Bischof von Magdeburg, gründete das Prämonstratenser-Kloster Rot an der Rot im Jahr 1126. Den Baugrund für das Kloster erhielt er von Hemma von Wildenberg.
Der von ihm gegründete "Norbertiner-Orden" (herkömml. Name Prämonstratenser), dessen Mitglieder wegen ihrem Ordensgewand auch "Weiße Mönche" genannt wurden, wurde 1126 vom Papst bestätigt. 

Otto, auch Ottino genannt, vermutlich aus dem haus Waldenburg, war der Nachfolger von Probst Burchard und zugleich der erste Abt des Klosters. Er gründete dann 1145 das Tochterkloster Weißenau bei Ravensburg, 1147 Steingaden, 1152 Kaiserslautern und 1171 Obermarchtal.
Die großen Besitztümer im Bereich der Schwäbischen Alb, dem Allgäu, sowie zwischen Ulm und dem Bodensee, waren die Grundlage des Klosters. Zusätzliche Schenkungen, Tausch oder An- und Verkauf erweiterten die Bedeutung des Klosters enorm. Durch Seelsorge-Leistungen in Pfarreien, die das Kloster ebenfalls besaß, kam zusätzlich Geld in die Kasse.

Nach Erlangung der Reichsunmittelbarkeit im Jahr 1179 war der Abt Mitglied des Reichstages, 1338 wurde dem Kloster die Gerichtsbarkeit zugesprochen. Abt Martin Hesser (1420-1457) gilt als zweiter Gründer des Klosters, da er dieses nach schweren Zeiten wieder zu großer Bedeutung führte. Das Kloster und die Kirche wurde 1681 durch einen verheerenden Brand fast vollkommen zerstört. Abt Martin Ertle (1672-1711) veranlasste den Neuaufbau. Nach dem in den darauf folgenden Jahren die Äbte Hermann Vogler (1711-1739) und Nikolaus Betscher (1789-1803), der letzte Abt des Klosters, die Geschicke leiteten, erfolgte im Jahr 1803 die Säkularisation. Dadurch gelangte das Kloster in die Hände des Grafen von Wartenberg, dann in den Besitz des Grafen von Erbach im Odenwald.
Durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die das Konventgebäude 1959 erwarb, wurde das Kloster in den Jahren von 1960-1969 grundlegend restauriert. Seit dieser Zeit ist die Jugendbildungsstätte St. Norbert in den Gebäuden untergebracht.

Die Kirche St. Verena, heute im Besitz der Kirchengemeinde St. Verena, wurde 1308 mit einem neuen Chor und einem Hochaltar ausgestattet und und den Jahren 1440-1450 ausgebaut. Nach der Vollendung im Jahr 1506 erfolgte 1509 die Einweihung. Die beiden Türme, das Chorgestühl, die Beichtstuhlfiguren und die Sakristei stammen vom 1697 errichteten Neubau nach dem verheerenden Brand.
Abt Moritz von Biberach ließ 1777 die Barockkirche abbrechen und neu erbauen. Die von ihm geplante neue Kirche wurde von seinem Nachfolger Abt Willibold Held von Erolzheim vollendet.
Die Deckengemälde im Mittelschiff und in der Kuppel stammen von Januarius Zick, die beiden vorderen Deckengemälde im Altarraum von Meinrad Au. Die Wessobrunner Stuckateure Franz Xaver und Simpert Feuchtmayer schufen die Stuckreliefs.
Die Schnitzer Andreas Etschmann, Heinrich Schlegel und Ignaz Weibel erschufen in den Jahren 1691-1693 das prachtvolle Chorgestühl. Die 1797 vollendete Hauptorgel und die aus dem Jahr 1786 stammende Chororgel sind Werke von Johann Nepomuk Holzhey aus Ottobeuren.

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