Das
Kloster "Wiblingen" finden Sie in Wiblingen in der Nähe der
Stadt Ulm.
Das von
den Grafen Hartmut und Otto von Kirchberg gestiftete Kloster wurde 1093
vom Konstanzer Bischof Gebhard III. geweiht. Die Partikel des heiligen
Kreuzes vom Stifter werden noch heute in der Klosterkirche St. Martin
aufbewahrt.
Ein Großbrand
im Jahr 1271 zerstörte das durch Schenkungen und rechtliche Freiheiten
bedeutend gewordene Kloster in großem Maße, so dass ein Neubau unumgänglich
war. Die dadurch entstandenen finanziellen Schwierigkeiten hielten
jahrzehntelang an.
Aus der besonderen Förderung der Klosterschule und der Schreibwerkstatt
ging die berühmte Klosterbibliothek hervor, in der zeitweise über 30 Mönche
arbeiteten und die im Jahr 1757 mit 15.000 Bänden einen größeren
Bestand als die meisten der damaligen Universitätsbibliotheken besaß.
Der
Bauernkrieg führte das Kloster in der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts an den Rand des Ruins. Unter dem Klostervogt Fugger, der
das Kloster als Dauerlehen von Kaiser Maximilian I. erhalten hatte,
entstand dennoch, mit Ausnahme der Kirche, ein kompletter Baukomplex,
durch den das Kloster in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wieder
zu Wohlstand kam.
Mit dem
über 70 Jahre dauernden Bau der repräsentative Barockanlage wurde nach
der Ablösung der Fuggerschen Schutzherrschaft 1701/02 im Jahr 1714
begonnen. Der Neubau des Klosters orientierte sich am Schema des
spanischen Klosterschlosses El Escorial. Das Klausurgeviert wurde ab
1732 in einer zweiten Bauphase von Christian Wiedemann errichtet. Der
Nordflügel wurde nach Wiedemanns Tod im Jahr 1739 von dessen Sohn
Johann Rudolf fertiggestellt. Zehn Jahre später wurde von Baumeister
Johann Fischer der Bau des Osttraktes begonnen.
Der Weiterbau des nur im ersten Drittel begonnenen Südtraktes wurde
aber erst in den Jahren 1915 bis 1917 von der württembergischen
Heeresverwaltung forciert.
Das
Kloster kam nach Säkularisation an das Königreich Württemberg. Danach
wurden wertvolle Teile der Münz- und Naturaliensammlung sowie der
Bibliothek nach Stuttgart gebracht, viele aber auch verkauft.
Danach diente das Kloster als Kaserne, als Herzogsresidenz und auch als
Sitz staatlicher Ämter und der Universitätsbibliothek. In den Jahren
1949 bis 1971 wurde das Kloster umfassend restauriert.
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