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Wilhelm Emil Fein

Der Erfinder der ersten elektrischen Handbohrmaschine auf der Welt Wilhelm Emil Fein wurde am 16. Januar 1842 als Sohn eines Lehrers in Ludwigsburg geboren und starb am 6.Oktober 1898 in Stuttgart.

Seine mechanische Ausbildung absolvierte er in der Stuttgarter feinmechanischen Werkstätte von C. Geiger. Über Zwichenstationen in Karlsruhe und Göttingen landete er in Berlin bei Siemens & Halske. Bei Charles Wheatstone in London beendete er sein Lehr- und Wanderjahre. Wilhelm Eisenlohr, Physikprofessor am Polytechnikum in Karlsruhe, empfahl ihm die Gründung einer eigenen Firma. Die dann von ihm 1867 in Karlsruhe gegründete Werkstätte zur Herstellung elektrischer Anlagen wurde 1870 nach Stuttgart verlegt. Im Jahr 1878 installierte er die Feuertelegraphenanlage in Nürnberg, im Jahr darauf in Stuttgart. Für ein Telefon mit Hufeisenmagnet erhält Fein 1879 das Patent.
Nachdem er 1880 die dynamo-elektrische Maschine verbessert hatte, entwickelte er 1885 ein Telefon für das Militär. Die Veröffentlichung seines Buches "Elektrische Apparate, Maschinen und Einrichtungen" erfolgte 1888. Die Württembergische Staatsmedaille für Kunst und Wissenschaft wurde Wilhelm Emil Fein im Jahr 1891 verliehen. Die erste elektrische Handbohrmaschine der Welt entwickelte er 1895, sein Sohn Emil die erste elektronische Tischbohrmaschine im Jahr 1897. Ein Jahr später stirbt Wilhelm Emil Fein in Stuttgart.

Es ist keinesfalls ein Zufall, dass Fein seine Bohrmaschine im Jahr 1895 konstruierte. Damals war schon abzusehen, dass die Elektrizifierung in den Städten Württembergs nicht mehr aufzuhalten war, da bereits 1892 zu Beleuchtungszwecken in vielen württembergischen Städten Elektrizitätswerke gebaut wurden, deren Leistung und Verteilungsgebiet aber doch noch sehr begrenzt waren. In den Fabriken aber, die ja seinen Hauptabsatzmarkt für die neue Maschinen bilden sollten, waren bereits eigene Stromerzeuger zur Versorgung mit elektrischer Energie vorhanden.

1866, nach einem Aufenthalt im damals schon hochindustriealisierten England, den er damals, wie andere deutsche Techniker auch, zur Aus- und Weiterbildung nutzte, gründete er mit seinem Bruder Carl in Karlsruhe 1867 ein Unternehmen, in dem er eine dynamoelektrische Maschine entwickelte.
1870, nach dem Umzug nach Stuttgart, zog sich sein Bruder Carl aus der Geschäftsleitung zurück. Die Produktpalette des Unternehmens war in den darauf folgenden Jahren sehr vielfältig, da man im Bereich der Elektrotechnik noch sehr oft Neuland betrat und deshalb überall Interessenten für neue Geräte fand.
Großaufträge, begonnen Ende der siebziger Jahre bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, waren die Installationen der Feuertelegraphenanlagen in Nürnberg und in Stuttgart.

Basierend auf dem Umstand, dass bewegliche Dampfmaschinen, gekoppelt mit einem Dynamo, Straßenbaustellen mit Beleuchtung versorgen konnte, ging die Entwicklung der Feinschen Dynamomaschinen rasant voran. Im Jahr 1833 hatte man die Hundertste, 1892 die Tausendste Dynamomaschine hergestellt.

1891, nach dem Bau der von Lauffen am Neckar bis nach Frankfurt reichenden Fernübertragung elektrischer Energie mittels Drehstrom erfolgt war und man sich gleichzeitig zugunsten des Wechselstroms entschieden hatte, spezialisierte sich Feins Unternehmen. Aus diesem Umdenken heraus entstand 1895 die erste elektrische Handbohrmaschine der Welt.

Nach Feins viel zu frühem Tod im Jahr 1898 übernahmen dessen Söhne das Unternehmen und führten seine Idee weiter. Dieses Streben ließ die Firma dann zu dem werden, was sie heute noch ist: ein weltbekannter Hersteller von Elektrowerkzeugen!