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Matthias Hohner

Matthias Hohner wurde am 12.12.1833 in Trossingen geboren, wo er am 11.12.1902 verstarb.

Wer von ihnen kennt sie nicht - die Mundharmonika oder das Akkordeon der Firma "Hohner" aus Trossingen auf der Schwäbischen Alb. Matthias Hohner war der Entwickler und Erschaffer dieser weltbekannten Instrumente.
Als Sohn seines Vaters Jacob Hohner, der als Stückwerker in einer Leinenweberei arbeitete und heilfroh war, eine siebenköpfige Familie ernähren zu können, hatte er es sicherlich nicht leicht.
Seine Lehre als Uhrmacher begann er 1848 bei Johannes Kohler in Trossingen. Dort war er dann auch bis 1855 als Geselle beschäftigt.

1857 errichtete Matthias Hohner, gemeinsam mit seinen Brüdern Jacob und Paul, eine Fertigungsstätte für Mundharmonikas. Im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Anna. In Trossingen wurde er 1879 zum Bürgermeister (damals Schultheiß) gewählt. Damit eine Dampfmaschine aufgenommen und betrieben werden konnte, erbaute er 1881 ein neues Fabrikgebäude und baute 1887 in den Trossinger Nachbargemeinden Aldingen und Deißlingen Produktionsfilialen auf. Sein Sohn Hans übernahm 1891 die in New York eröffnete Vertriebsagentur.
Am 19.9.1900 übergab Matthias Hohner die Firma an seine Söhne Jacob, Matthias, Andreas, Hans und Gottlieb Wilhelm.
Zwei Jahre später, exakt am 11.12.1902, starb Matthias Hohner in Trossingen.

Matthias Hohner war nach seiner Uhrmacher-Lehre auf Verkaufstouren unterwegs in Oberschwaben und bekam dabei nicht nur das Uhrengewicht auf seinem Rücken (zwischen 20 und 30 kg), sondern auch die erheblichen Absatzschwierigkeiten deutlich zu spüren. Dies war für ihn 1857 der Anlass dafür, dem Uhrmachergewerbe ade zu sagen und sich fortan nur noch dem Anfertigen von Mundharmonikas zu widmen.
Der "Webermatheis", wie man den Matthias Hohner damals nannte, war ein talentierter Kopf und hatte den Trick zum Gießen der Stimmplatten für Mundharmonikas schnell herausgefunden.
Sein Erfolg basierte auf einem enorm hohen Qualitätsstandard, der ihm bereits innerhalb kurzer Zeit zum Erfolg brachte. Konkurrenten, die er damals auch hatte, wurden von Hohner kurzer Hand geschluckt. Sein schwäbischer Dickschädel ließ es einfach nicht zu, dass Pfuscharbeit abgeliefert wurde. Bei ihm hatten Wertmaßstäbe bezüglich Qualität absoluten Vorrang. Außerdem setzte er auf maschinelle Fertigung mit Dampfmaschinen. Die erste Dampfmaschine mit 1,5 PS Leistung wurde von Hohner im Spätherbst 1881 in Betrieb genommen. Weitere, wesentlich leistungsstärkere Maschinen, folgten Zug um Zug...die industrielle Großproduktion war nicht mehr aufzuhalten.
Bereits im Jahr 1879 wurden sechzig Prozent aller Transportkisten in die Vereinigten Staaten ausgeliefert. 1913 betrug der Export-Anteil um die neunzig Prozent.

Im Jahr 1887 wurde mit der Mundharmonika die Millionengrenze überschritten, nach der Übergabe an seine Söhne im Jahr 1900 reichte der Produktionsausstoß vier Millionen Exemplare. Die Mitarbeiterzahl, die sich 1888 bei ca. dreihundert bewegte, stieg um die Jahrhundertwende auf über Tausend.

Laut Firmenangaben liegt in der Erhaltung der volksmusikalischen Tradition eine besondere Verpflichtung der Firma Hohner.