|
Das schwäbische Genie Philipp Matthäus Hahn wurde am 25. November 1739 in Scharnhausen geboren und starb am 2. Mai 1790 in Echterdingen. Der Sohn eines evangelischen Pfarrers befasste sich schon früh mit astronomischen und mechanischen Problemen, fühlte sich aber trotzdem zum Pfarrer berufen. Ab dem 12. Lebensjahr besuchte er die Lateinschule in Esslingen und, nachdem seine Mutter 1752 gestorben war, die Vorbereitungsschule für niedere Geistlichkeit in Nürtingen. Da er trotz mehrerer Anläufe die Aufnahmeprüfung in eine württembergische Klosterschule nicht bestand, blieb ihm der einfache Weg Pfarrer zu werden somit verwehrt. Seine
wissenschaftlichen Kenntnisse erhielt er durch Männer wie Kandler und Geiger,
die ihm auf der Schule in Esslingen viele Anregungen auf
technisch-mathematischem Gebiet vermittelten. Als sein Vater 1756 nach
Onstmettingen versetzt wurde, begann er mit dem Bau eigener Sonnenuhren, die er
während seinem Studium an der Uni Tübingen von 1757 bis 1759, durch den Bau
von Monduhren, Fernrohren und Mikroskopen ergänzte. 1764,
nach seinem Amtsantritt als Pfarrer in Onstmettingen, konstruierte er
Neigungswaagen und die ersten "Weltmaschinen", wie z.B. die große
astronomische Uhr für die herzogliche Bibliothek im Schloss Ludwigsburg. Durch
die materielle Sicherheit dieser Pfarrstelle in Onstmettingen war Hahn in der
Lage zu heiraten. Seine erste Frau kam aus Strümpfelbach im Remstal, hieß Anna
Maria Rapp und starb 1775 bei der Niederkunft des siebten Kindes. Herzog
Carl Eugen von Württemberg, bei dem Hahn großes Ansehen genoss, beschaffte ihm
eine gut dotierte Pfarrstelle in Kornwestheim. Extra für ihn wurde ein
stattliches Pfarrhaus errichtet! Wegen angeblicher Verstöße gegen das Zensurverbot, wurde er von der kirchlichen Aufsichtsbehörde gemaßregelt und dazu gezwungen, einige Äußerungen zu widerrufen. Außerdem wurden sehr viele seiner Druckschriften eingezogen. Von
1781 bis 1790 war Hahn Pfarrer in Echterdingen. Es sollte seine letzte
Amtsstelle sein, denn dort verstarb er am 2. Mai 1790.
|