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Wilhelm Schickard

Der Tüftler Wilhelm Schickard wurde am 22.4.1592 in Herrenberg geboren und starb am 24.10.1635. Nach seiner Ausbildung auf der Herrenberger Lateinschule studierte er in Tübingen Theologie. In Nürtingen, wo er von 1614-1619 Diakon war, lernte er 1617 Johannes Kepler kennen. Schickard war sehr vielseitig veranlagt. Er wurde Professor für biblische Sprachen an der Universität in Tübingen und war Mathematiker, Zeichner, Geodät, Maler und Kupferstecher. Zusätzlich übernahm er nach dem Tod seines Professors dessen Lehrstuhl für Mathematik und Astronomie. Die Pest und der Dreißigjährige Krieg trieb ihn nach Österreich. Seine Frau und seine drei Töchter starben 1634 an der Pest, Landsknechte brachten seine Mutter um. Erneut flüchtete er, diesmal mit seinem Sohn, nach Dußlingen, wo er am 24.10.1635 ebenfalls der Pest erlag. Sein Sohn starb wenige Tage nach ihm ebenfalls an dieser Krankheit.

Schickard erfand im Jahr 1623 die erste zahnradgetriebene Rechenmaschine, mit der er seinem Freund Johannes Kepler seine schwierigen Berechnungen erleichtern wollte. Leider wurde die Rechenmaschine durch einen Brand zerstört, so dass Kepler diese niemals benutzen konnte.

Da Schickards Rechenmaschine derart in Vergessenheit geraten war, galt der Franzose Blaise Pascal, der das Zählrad nochmals erfand, Jahrhunderte lang fälschlicherweise als Erfinder der Rechenmaschine.
Der Nachweis für Schickards Erfindung wurde jedoch am 14.2.1957 erbracht, als der Keplerforscher Franz Hammer aufgrund einer Federzeichnung, die ein Teil eines Briefes von Schickard an Kepler war, die Erfindung belegen konnte. Hammer rekonstruierte gemeinsam mit dem Tübinger Baron Freytag-Löringhoff Schickards Rechenuhr und bewies dadurch die volle Funktionstüchtigkeit.