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Friedrich Schiller

Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und starb am 9.5.1805. In den ersten vier Jahren lebte Schiller alleine mit seiner Mutter und seiner zwei Jahre älteren Schwester Christophine in Marbach am Neckar. Anfang 1762 kehrte der Vater, der am siebenjährigen Krieg gegen Preußen teilnahm, in die Heimat zurück und erhielt den Posten eines Werbeoffiziers in der freien Reichstadt Schwäbisch-Gmünd. Schiller wuchs in Lorch im Remstal auf. Bereits mit fünf Jahren besuchte Schiller die Dorfschule in Lorch. In seinem 13. Lebensjahr wurde Schiller konfirmiert. Einige Monate später griff der regierende Herzog (Karl Eugen v. Württemberg) in das Leben des Knaben ein.

Karl Eugen hatte eine militärische Pflanzschule gegründet, um einen sicheren Nachwuchs von Offizieren und Beamten zu gewinnen, die er in seinem Sinn erziehen konnte. Alle Schulen im Land erhielten den Auftrag, ihm begabte Schüler zu melden. So wurde auch eines Tages der Hauptmann Schiller vor dem Herzog befohlen zwecks kostenloser Aufnahme seines Sohnes in die militärische Pflanzschule. Dementsprechend lieferte der Hauptmann Schiller am 16.1.1773 seinen Sohn auf der nahe bei Stuttgart gelegenen Solitude ab, wo die Pflanzschule damals untergebracht war.

Schiller soll mit zerrissenem Gemüt in die Anstalt eingetreten sein. Schiller hatte in den 8 Jahren, wo er die Anstalt besuchte, kaum einen freien Tag und nur gelegentlich ein paar freie Stunden. Schulferien waren unbekannt, Urlaub wurde nie erteilt. Der ganze Tagesablauf wurde militärisch geregelt. In die Zwangsjacke dieser ewig gleichen Ordnung blieb der junge Schiller bis zu seinem 21 Lebensjahr eingeschnürt. Besuche von den Eltern in der Anstalt wurde nur selten und erst nach einer Eingabe an den Herzog gestattet. Mitte Dezember im Jahr 1780 wurde Schiller als Arzt aus der Akademie entlassen. Nun war Schiller also Regimentsmedikus im Regiment von Augé, das aus 420 Grenadieren bestand, zumeist Invaliden und Krüppeln.

Schiller schrieb ein paar Gedichte, und im Beginn des Frühjahrs 1781 glaubte Schiller endlich Die Räuber druckfertig zu haben. Doch er fand keinen Verleger und so musste er auf eigene Kosten in Stuttgart drucken. Die ersten sieben Bögen schickte er zu einem Buchhändler namens Schwann in Mannheim. Auf Vorschlag dessen arbeitete er große Teile Der Räuber zum dritten mal um. Er war so unzufrieden mit dem 2. Bogen gewesen, dass er ihn ohne Rücksicht der Kosten einstampfen ließ. Nachdem er den dritten Bogen erneut nach Mannheim geschickt hatte, bekam er eine sehr erfreuliche Nachricht. Ein gewisser Dalberg, der sich um das Mannheimer Nationaltheater kümmerte, bat um eine Bühnenbearbeitung Der Räuber. Nach zwei Monaten endlich lieferte er das Bühnenstück ab. So gingen Die Räuber über die Bretter der Mannheimer Bühne. Es war ein stürmischer Erfolg. So schwirrte Schillers Kopf voller neuer Pläne. Er wollte Goethes Götz von Berlichingen für die Bühne bearbeiten. Vor allem aber suchte er nach Stoff für ein neues Drama.

Nach seiner Rückkehr vom zweiten Besuch in Mannheim überfiel ihm der Kontrast mit dem Stuttgarter Leben und dem Leben, das er ihn Mannheim führte, so dass er in einer tiefen Depression versank, die durch eine Erkrankung noch schlimmer wurde.

Als der Herzog von der Reise erfahren hatte, musste er 14 Tage in Arrest zubringen. Es kam noch schlimmer: wenige Wochen später verbat ihm der Herzog Komödien zu schreiben. Damit war der Bruch vollzogen, nichts mehr konnte Schiller an der Flucht aus Stuttgart zurückhalten. Mitte September 1782 bot sich eine günstige Gelegenheit, den Entschluss auszuführen. In Stuttgart und auf den herzöglichen Schlössern herrschte ein seit Jahren nicht mehr gesehenes prunkvolles Treiben, da der Großfürst Paul v. Russland, der spätere Zar eingeladen wurde. Als Höhepunkt war für den 22. September eine große Hofjagd angesetzt mit einer anschließenden Festbeleuchtung. Schiller entschloss sich in der Nacht auf den 23. die Flucht zu wagen. Es ist fraglich, ob er sich auf das gefährliche Abenteuer der Flucht hätte einlassen können, wenn er nicht damals einen Freund an seiner Seite gehabt hatte, Andreas Streicher, ein junger Musiker. Um 10 Uhr abends also, stiegen die beiden Freunde in den bestellten Wagen, der mit zwei Koffern und einem Klavier beladen war. Sie passierten die Stadttore ohne Probleme und waren am frühen morgen an der Kurpfälzischen Grenze. In Mannheim angekommen präsentierten sich die Freunde bei dem Regisseur Meyer einen freundlichen und hilfreichem Mann, den Schiller seit seinen Verhandlungen mit dem Mannheimer Theater zu seinen Freunden zählen durfte. Er hatte das fast fertige Drama Fiesko bei sich und brannte darauf, dieses Stück, seinen Mannheimer Bekannten vorzulesen. So las er sein Stück vor und sein erhoffter Erfolg bei den Schauspielern blieb aus. Manche zweifelten sogar, dass Schiller Die Räuber geschrieben hatte. Meyer lieh sich das Manuskript aus und es stellte sich bald heraus, worauf der schlechte Eindruck zurückzuführen war. Schillers schwäbische Aussprache und die verwünschte Art wie er alles deklamierte war der Grund! Meyer merkte bald das, dass das Fiesko weit besser als die Räuber ausgearbeitet war. So wollte man alles in Bewegung setzen, um das Stück bald auf die Bühne zu bringen. Doch dazu kam es noch lange nicht, es wurde vermutet, dass der Herzog den Flüchtling verfolgen ließ oder dass er bald seine Auslieferung verlangen würde.

So ging Schillers Flucht weiter zuerst nach Frankfurt, wo er sich kurze Zeit aufhielt und dann nach Oggersheim, wo er sich zwei Monate aufhielt. Dann zog er nach Bauerbach, wo er sich dann für längere Zeit aufhielt.

In Bauerbach verfasste Schiller, der 1 Jahr dort lebte, das genialste Werk seiner Jugendperiode, das Bürgerliche Trauerspiel* Luise Millerin, das unter dem nicht von ihm stammenden Titel Kabale und Liebe unsterblich wurde. Die Luise Millerin ist Schillers Rache an dem Herzog Karl Eugen v. Württemberg. Nie mehr wird Schiller so realistisch und so zeitgemäß schreiben. Er verfolgte schon während der Arbeit an der Luise Millerin neue weitgehende Pläne wie den Plan zu einem Don Carlos und zu einer Maria Stuart . Nach einem Aufenthalt zog er dann wieder nach Mannheim zurück.

Ende Juli 1783 kam Schiller in Mannheim an. Herr von Dalberg, der ihn sehr gnädig empfing wollte nichts von einer baldigen Abreise wissen. Er bot sogar Schiller eine Einstellung als Theaterdichter mit einem Gehalt von 300 Gulden an. Es war ein miserabler Vertrag. Aber Schiller nahm an. Er glühte vor Arbeitslust und von Verlangen, Dalberg zu überzeugen. Von da an fingen seine gesundheitlichen Probleme an, er litt öfters unter Fieber und phantasierte manchmal. Doch bald kam Kritik gegen Schiller auf, er wurde angezeigt, sogar seine Schauspieler waren unzufrieden mit ihm. Er hatte auch starke Geldprobleme. Da er mit seinem Geld nicht umgehen konnte, war er bald hoch verschuldet. Zum Schluss wurde sein Vertrag mit dem Mannheimer Theater nicht verlängert und so lief er Anfang September 1784 ab. Die Gläubigen stürzten sich nur um so wütender auf den armen Dichter. Er bekam Hilfe von seinen damaligen Wirtsleuten, denen er später auch, als sie in Not waren, half. Dann bekam er einen Brief von vier unbekannten Personen aus Leipzig, der Konsistionalleiter Körner, der Lektor Huber und zwei Schwestern, der über das weitere Schicksal Schillers entschloss. Dann bekam er auch eine herzliche Einladung von ihnen. Die bevorstehende Reise hatte Schiller mit einem Paroxysmus der Freude erfüllt.

"Zerstört und zerschlagen" von der Reise nach Leipzig meldete sich Schiller bei seinen Freunden. Er war glücklich, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. Die Reise Leipzigs zu Menschen, die er nur brieflich kannte, war ein Wagnis gewesen. Schiller verbrachte nur ein paar Wochen in Leipzig. Mitte Mai übersiedelte er mit Huber und den Schwestern nach dem Dorf Gohlis, einen damals beliebten Sommeraufenthalt dicht bei Leipzig. Nun lud ihn sein andere Freund Körner, mit dem er engen Briefkontakt hatte, nach Dresden ein. Wenige Tage darauf war er auf den Weg nach Dresden. In dieser Zeit entstand das Gedicht Hymnus an Die Freude. Schiller verbrachte über 1 1/2 Jahre mit seine Freunden in Dresden. In dieser Zeit vollendete er die zwei letzten Akte des Don Carlos. Gleichzeitig legte er die erste Hand an einen zeitgenössischen Roman Den Geisterseher, von dem er noch nicht wusste, wie er ihn zu Ende führen sollte. Ende Juli 1787 reiste Schiller nach Weimar.

Als Schiller in Weimar ankam, hatte er nicht die Absicht zu bleiben. Gleich am Abend seiner Ankunft traf er sich mit Charlotte von Kalb, eine seiner alten Verehrerinnen. Charlotte kannte Gott und die Welt, und war nur zu froh ihre guten Dienste anzubieten.

Kurze Zeit darauf verbrachte Schiller 6 Tage in Jena, das ihm gleich besser gefiel als Weimar. In dieser Zeit fror das Verhältnis zwischen Schiller und Frau Kalb ein. Seit er in Weimar lebte, hatte ihn seine alte Freundin, Frau v. Wollzogen mit Einladungen nach Bauerbach bestürmt. Schließlich riss er sich Ende November von seiner Arbeit los und reiste nach Bauerbach. Auf der Rückreise hielt er sich einen Tag in Rudolstadt auf. Dieser Gang sollte sein Leben von Grundauf ändern. Wilhelm v. Wollzogen hatte ihn zu einem gemeinsamen Besuch bei einer mit den Wollzogens verwandten Familie, Frau v. Lengenfeld und ihrer zwei Töchter, überredet. Von Anfang an fühlte sich Schiller zu den beiden Schwestern hingezogen. Mitte Mai verließ Schiller Weimar und siedelte nach Jena über. Am 21. Februar 1790 heiratete Schiller Lotte von Lengenfeld. Das junge Paar richtete sich in Schillers Junggesellenwohnung ein.

Schiller war nie sehr gesund. Er hatte die Folgen der Mannheimer Malaria nie ganz überwunden. Im Winter 1792/93 nahm er seine Vorlesungen in der Jenenser Universität wieder auf, diesmal ausschließlich über die ihm aus der Kritik der Urteilskraft entgegenspringenden ästhetischen Fragen. Anfang September 1792 fand Schiller in den deutschen Zeitungen, die seltsame Nachricht, dass der französische Nationalkonvent ihn "le sieur Giller, publiciste allemand" wegen seiner Verdienste um die Sache der Freiheit einstimmig den Ehrentitel eines citoyen francais verliehen hatte.

Bald darauf machte sich Schiller auf die seit langem beabsichtigte Reise in die Heimat. Wenige Tage später gebar ihm seine Lotte den ersten Sohn. Anfang 1794 zog Schiller für kurze Zeit nach Stuttgart. Ende Mai kehrte Schiller wieder nach Jena zurück. Goethe, der jetzt erst Schiller näher trat, besuchte ab und zu das Ehepaar Schiller. Bald darauf entwickelte sich ein Briefwechsel der mit einer engen Freundschaft endete.

Im Herbst 1799 gebar Lotte ein drittes Kind, diesmal ein Mädchen. Elf Tage nach der Geburt wurde Lotte sehr krank. Erst Anfang Dezember war die Gefahr überstanden und man konnte denn von Schiller lang erwarteten Umzug nach Weimar wagen. Schiller blieb den Rest seines Lebens in Weimar. Im Winter 1801 erkrankten Frau und Kinder an den Masern er selber an Cholera verbunden mit schweren Fieberanfällen. Doch er erholte sich wieder. Bald darauf ließ sich Schiller im Herbst 1802 zum Adelsstand erheben. Der Winter 1804/05 war ungewöhnlich rau und setzte Schiller schwer zu. Friedrich Schiller starb am 9. Mai 1805.

Gebhurtshaus von Friedrich Schiller in Marbach
Geburtshaus von Friedrich Schiller in Marbach