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Schwäbische Fasnet

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Die "schwäbisch-alemannische Fasnet" ist sehr traditionsreich und tief mit der Auflehnung gegen das Alltägliche verwurzelt:
Die aufgesetzte Fröhlichkeit wie bei den Rosenmontagszügen am Rhein werden sie in den Fasnets-Hochburgen wie Rottweil, Schramberg, Oberndorf oder Rottenburg nicht finden, denn diese ist nicht der Schwaben Sache.

Fasnets-Beginn ist auch hierzu Lande der 11.11., so richtig los geht´s in den katholischen Hochburgen Württembergs erst ab dem Dreikönigstag.
Alte Beschwörungsformeln, wie "borschtig, borschtig, borschtig isch dia Sau" oder "hoorig, hoorig isch dia Katz, ond wenn dia Katz net hoorig isch, no isch es halt koi Katz" werden mit Peitschenknallen, Trommeln, Pfeifen und den Schellen der "Hansele" und der "Narros" allenthalben vernommen.
Traditionsgemäßt werden sowohl in katholischen- als auch in evangelischen Gebieten die "Fasnetsküchle" gebacken und gegessen.

In längst vergangenen Tagen war es dem Volk ausdrücklich verboten,, an "Mummereien" und "Schembart-Maschgen" teilzunehmen. Damals wurde von der Obrigkeit verkündet, dass ohne Gnade und mit harter Leib- und Lebensstrafe derjenige zu rechnen hat, der es wagt, eine Maske zu "affrontieren". Als Statisten mussten sie jedoch an den höfischen Maskeraden teilnehmen. Bei Nichtteilnahme an diesen Veranstaltungen wurden ebenfalls harte Strafen ausgesprochen.

Bei den "Hemmetglonkerumzügen" in Bonndorf, Bad Dürkheim, Meßkirch, Lindau oder Radolfzell, wird durch lange, weiße Hemden, dem Totenhemd gleichend, an die Schattenzeiten des Lebens erinnert. Die Umzüge dort werden von Katzenmusik oder einer Radaumiauerei begleitet, die den Tod bannen, böse Geister fernhalten und auf die Erde zurückdrängende Verstorbene abschrecken soll.
Die Gegen- oder Teufelswelt wird einem nach Auffassung der katholischen Kirche in der Fasnetszeit gezeigt. Forscher wiederum entdecken heidnische Bräuche hinter den Masken und Larven.

Mit dem "Schandele", einer geschnitzten Maske aus der Reutlinger Gegend, gefiedert und mit Menschenkopf, halb Mann, halb Frau, werden die Verrücktheiten angeprangert, die so im Laufe des Jahres begangen wurden. Zur besseren Verdeutlichung: mit dem Schimpfwort "Schandele" wurden früher von der Obrigkeit diejenigen bezeichnet, die sich schändlich oder lästerlich gegen die Regierung benommen hatten.

Der "Narrensprung" in Rottweil ist ein absoluter Höhepunkt in der schwäbisch-alemannischen Fasnet und zieht ungeheure Menschenmassen aus nah und fern an. "Acht Uhr schlägt es auf dem Turm..." heißt die Melodie, die den Narrensprung einläutet. Ein daraufhin einsetzender, besonderer Schritt, bei der die "Gschellnarren" die Glocken zum Klingen bringen, wird mit unglaublich lautem Peitschenknallen begleitet.

Den Winter austreiben und den Frühling einleiten ist die Aufgabe der "Gschellnarren", der "Hexen", der "Teufel", des "Federehannes", vom "Hansele", vom "Schandle" und wie sie alle heißen, diese wilden Gesellen. Sie alle weisen auf den Fasnets-Ursprung altgermanischer Frühlingsfeste hin. "Blätzles- oder Fleckenkleider", bei denen Stoffstücke auf ein Leinen- oder Baumwoll-Untergewand genäht wurden, basieren auf christlichen Traditionen.

Krachmacher, also Lärminstrumente aller Art, sind von der Fasnet nicht wegzudenken. Schweinsblasen, so genannte "Saublodern", sind heiß begehrt und geben beim Schlagen auf die Köpfe der Zuschauer immer unterschiedliche Töne von sich.
Der "Narrenbaum" wird hauptsächlich im Bodenseegebiet aufgestellt, als Zeichen der beginnenden Fasnet und zugleich eine Anlehnung an die alte Sage, dass in Schwaben die Kinder auf den Bäumen wachsen. "Jetzt steig i auf den Feigenbaum und schüttel Buben runter, es fallen ettlich tausend ´rab, aber es ist kein schöner drunter!" heißt ein altes Kinderlied zu dieser Sage.

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