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In der Folgezeit
verteidigte das Bürgertum die Volksfreiheiten und Volksrechte vehement
gegen die Willkür der Fürsten.
So z.B. wurde Enzlin, der Kanzler Herzog Friedrichs I., von Friedrichs
Nachfolger enthauptet, weil dieser sich mit Herzog Friedrich über die
im Tübinger Vertrag festgeschriebene Landesfassung hinwegsetzen wollte.
Finanzminister Süß Oppenheimer, der versucht hatte, für den
polnischen Erbfolgekrieg enorme finanzielle Mittel aus der Land
herauszupressen, wurde zu der Zeit hingerichtet, als Herzog Carl
Alexander die evangelische Glaubensfreiheit bedrohte und auf mysteriöse
Art und Weise ums Leben kam.
Im Dreißigjähren
Krieg fiel Mèlacs Heer ins Land ein, verbreitete Angst und Schrecken
und raubte, mordete und zerstörte.
Herzog Carl Eugen (1737-1793) brachte nicht nur das Land bis an den
finanziellen Ruin, sondern wollte auch Friedrich Schiller das Dichten
verbieten. Dieser nahm dann aber lieber Hunger und Not auf sich und
verlies das Land.
Herzog Carl Eugen erbaute in seiner Verschwendungssucht das Neue Schloss
in Stuttgart, die Lustschlösser Hohenheim und Solitude sowie das
Seeschloss Monrepos bei Ludwigsburg. Preußens König Friedrich
veranlasste daraufhin den Reichshofrat zum Einschreiten. Herzog Carl
Eugen musste sich unverzüglich von seinen Mätressen lossagen und
die württembergischen Verfassungsrechte respektieren. Seine letzte
Mätresse, Franziska von Lentrum, die er dann sogar heiratete, half ihm
dabei, seine Interessen dann auf pädagogische Experimente und auf
landwirtschaftliche Reformen zu lenken.
Unter Napoleon errang
Württemberg zuerst die Kurfürsten-, dann die Königswürde.
Mömpelgard musste dann zwar wieder abgegeben werden, mehrere Klöster,
Abteien, die noch übrig gebliebenen Reichsstädte sowie das bisher zu
Österreich gehörende Oberschwaben kamen jedoch neu hinzu.
Der Preis dafür war jedoch sehr hoch, denn auf den russischen
Schlachtfeldern, in die ein Heer von 16.000 Württembergern gezogen war,
wovon lediglich einige Hundert Mann wieder zurückkehrten, und in den
Befreiungskriegen gegen die Österreicher und Preußen mussten
erhebliche Opfer gebracht werden.
Die vom dicken König
Friedrich 1815 als Dank für die erbrachten Opfer angebotene Verfassung
wurde von den Altwürttembergern zurückgewiesen. Erst Wilhelm I.
(1816-1864) gelang es 1819, durch eine Verfassung aus Württemberg eine
Monarchie zu machen.
In der Folgezeit war man sich sehr unsicher, ob man nun den
Österreichern oder den Preußen zur Vormacht verhelfen sollte. Einige,
so das Königshaus und die Meinung des Volkes, waren gegen Preußen, die
Gebildeten im Land jedoch für Preußen.
Nach der 1849 in Frankfurt stattgefundenen Nationalversammlung, zu der
Württemberg hochangesehene Leute wie Strauß, Uhland und Vischer
gesandt hatte, wurde mit Waffengewalt das nach Stuttgart geflohene
Rumpfparlament auseinandergetrieben.
1866, bei der
politischen Auseinandersetzung zwischen Österreich und Preußen, war
Württemberg auf der Seite Österreichs. Nach der Niederlage bei
Tauberbischofsheim musste man dann acht Millionen Gulden als
Kriegsentschädigung an Preußen zahlen. Beim danach mit Preußen
vereinbarten Bündnis wurde vereinbart, dass das württembergische Heer
im Kriegsfall dem Oberbefehl des preußischen Königs unterstellt ist.
Württembergs letzter
und beim Volk sehr beliebter König war Wilhelm II., der am 30. November
1918 abdankte und auf den Königsthron verzichtete. Damit ebnete er auf
relativ unspektakuläre Art und Weise den Weg für die Demokratie in
Württemberg.
Die Länder
Württemberg, Baden und Hohenzollern bildeten dann 1952 das neue Bundesland "Baden-Württemberg". Erster Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg war
Dr. Reinhold Maier aus Schorndorf.

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