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Auf dem
Rotenberg, damals Wirtemberg genannt, stand im 11. Jahrhundert
die Stammburg der Württemberger. Diese brachten von hier aus Besitztümer
im Remstal, in Cannstatt bis hin nach Marbach an sich. Stuttgart
bekam Graf Ulrich I. durch Heirat hinzu. Da die Bergburg zu eng wurde,
verlegte man den Sitz der württembergischen Grafen Anfang des 14.
Jahrhundert in das geräumigere und wesentlich bequemere Stadtschloss zu
Stuttgart. Die Burg blieb jedoch weiterhin im Besitz des württembergischen
Hauses, wurde aber nur noch von Vögten bewohnt und verwaltet. Die
Stammburg wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Dies nicht
zuletzt wegen der Tradition und wegen der Namensgebung der Stammburg. Im
Jahr 1819 brach König Wilhelm I. mit dieser Tradition. Nach dem
Tod der Großfürstin Katharina Pawlowna, seiner geliebten Frau, wurde
im Auftrag König Wilhelms die Burg komplett abgetragen und der Hofbaumeister Giovanni Salucci
damit beauftragt, eine Grabkapelle für seine Gemahlin auf dem Rotenberg zu
erbauen. Nach dessen dritten Entwurfes geschah dies dann auch in den Jahren 1820-1824.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 29.Mai 1820, der Rohbau war im Herbst
1821 fertig, der Innenausbau erfolgte in den Jahren 1822 u. 1823, mit
der Anbringung der Weihinschrift im Frühjahr 1824 war der Bau
abgeschlossen. An dieser großen
Geste Wilhelms ist die hohe Verehrung zu erkennen, die der
württembergischen Königin Katharina entgegengebracht wurde. Katharina,
die Wilhelm am 21. Januar 1816 geheiratet hatte und die in der Zeit von
November 1816 bis zu ihrem Tod im Januar 1819 als Königin Württembergs
wirkte, fand somit auf ihrem Lieblingsplatz die letzte Ruhe. Die
an rheumatischem Fieber und kurz darauf an Gesichtsrose erkrankte
Katharina starb am 9. Januar 1819 für alle vollkommen überraschend.
Als russische Großfürstin gehörte sie der russisch-orthodoxen Kirche
an und blieb dies auch noch nach ihrer Heirat mit Wilhelm. Das
Katharinenhospital, das landwirtschaftliche Hauptfest und das Volksfest,
das Königin-Katharina-Stift, die Gründung des Wohltätigkeitsvereins
und die Württembergische Sparkasse sind mit ihrem Namen eng verbunden. Der volkstümliche Name Rotenberg, für mich einer der schönsten Aussichtspunkte (411 Meter ü. d. M.) Stuttgarts und in meiner direkten Umgebung überhaupt, ist jedoch bis heute geblieben. Die Grabkapelle selbst ist eine Sehenswürdigkeit allerhöchster Güte! Besonderer Hinweis: in der Gruft herrscht ein 7-faches Echo. Dort zu gehen oder gar zu reden ist ein ganz besonderes Erlebnis...richtig unheimlich! Öffnungszeiten der Grabkapelle: von 1.März bis 1.November. Sonn- u. Feiertag von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 18 Uhr. Freitag und Samstag von 10 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 17 Uhr. Mittwoch von 10 Uhr bis 12 Uhr. Voranmeldungen für Gruppen oder Sonderführungen unter Tel. 0711 - 6673-4331 Fax: 4493 (Staatl. Vermögens- u. Hochbauamt Stuttgart) Hinweis: Durch das Anklicken der nachfolgenden kleinen Vorschaubilder erscheinen die jeweiligen Fotos im Großformat in einem separaten Fenster (Javascript muss aktiviert sein). Bitte dann ein klein wenig Zeit aufbringen, denn der Qualität wegen wurden die Fotos nicht stark komprimiert! |