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Herrschaften und Geschlechter

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Neben der Grafschaft Wirtemberg hatten viele kleine Territorien und Herrschaften maßgeblichen Anteil daran, dass nach der Stauferzeit erhebliche und wichtige Akzente im später württembergischen Raum gesetzt wurden.

Die Verselbstständigung von Herrschaftsrechten fand in Schwaben nach dem Untergang der Staufer ausgeprägt statt, da deren Zusammenbruch die Rechte des Reiches erheblich schmälerten und zur Auflösung des Herzogtums Schwaben führte.
Weder dem Haus Wirtemberg, das zwar wegen dem geschlossensten Gebiet letztlich die Herzogswürde erlangte, noch den Habsburgern gelang es, das Herzogtum Schwaben wieder herzustellen und somit der Selbstständigkeit einzelner Territorien entgegen zu wirken. Gerade diese aber hatten wesentlichen Anteil an der Entwicklung und Entstehung des württembergischen Staatswesens und des eigenständigen Werdens im schwäbisch-fränkischen Raum.

Diejenigen anderen Herrschaften und Geschlechter, die neben den Württembergern, Staufern, Zähringern und Welfen zu Ruhm und Ehren gelangten, möchte ich nachstehend erwähnen und vorstellen.

Die Schenken von Limpurg

Aus dem Maintal und Taubergrund stammen die Nachfahren der Herren von Schüpf. Als Reichsschenken wurden die staufischen Ministerialen bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Als ständige Räte des Königs gehörten sie zu den Hofbeamten, deren Ämter erblich geworden waren und gleichzeitig Einfluss auf die Reichsangelegenheiten gewannen.
So war z.B. Walter Schenk von Schüpf Berater von König Philipp, dann von Otto IV. und von Friedrich II. Zunächst als Vertreter des Königs, dann als Rechtsnachfolger der Hohenstaufen, erwarb er bedeutende Rechte in Hall. Der von ihm begonnene Bau der Burg Limpurg in der Nähe von Hall wurde im Jahr 1220 von seinem Sohn Walter vollendet.
Aus dem Dienstgut wird nach dem Untergang der Staufer Eigenbesitz (Limpurger Berge), mit dem dann ein eigenes Territorium geschaffen wurde. Gaildorf war seit Beginn des 15. Jahrhunderts Herrschaftszentrum, das Kloster Comburg Erbgrablege. Die Limpurg wurde 1541 an Hall verkauft und dann 1575 abgebrochen.

Das seit 1648 den Grafentitel führende Geschlecht der Limpurger starb 1690 im Gaildorfer- und 1713 im Speckfelder Mannesstamm aus. Preußen, das Gaildorf mehrere Jahre besetzt hatte, kam dann in den Besitz des Reichslehens, Wirtemberg erhielt Welzheim als Lehen. Vollkommen zersplittert wurde die Herrschaft jedoch durch die endgültige Teilung im Jahr 1774.

Die Truchsessen von Waldburg

Georg III., besser bekannt unter dem Namen "Bauernjörg", ist einer der Bekanntesten aus dem Ministerialgeschlecht der Truchsessen von Waldburg, das bereits im welfischen und staufischen Hofdienst sowie Jahrhunderte lang für Schwaben und dem Reich große Dienste geleistet hat.

Das bereits 1250 erwähnte und südöstlich von Ravensburg stammende Geschlecht hatte mit Truchsess Heinrich von Waldburg bereits das Vertrauen von König Philipp von Schwaben. Nach Heinrichs Tod ging sowohl das Amt als auch der Besitz an die Herren von Tanne über, die seit 1192 Schenken der Staufer waren.
Eberhard von Tanne genoss großes Vertrauen von Kaiser Friedrich II., so dass dieser ihn und seinen Neffen Schenk Konrad von Winterstetten im Jahr 1220 als Ratgeber und Vormund des jungen Königs Heinrich einsetzte.

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