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Königreich Württemberg

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<Eckdaten König Friedrich><Eckdaten König Wilhelm I.><Eckdaten König Karl><Eckdaten König Wilhelm II.>

Der Neujahrstag im Jahr 1806 war ein ganz besonderer Tag in der Geschichte Württembergs.
Die Glocken im ganzen Land verkündeten lautstark die Nachricht, dass ein Adjutant
Napoleons in Stuttgart eingetroffen war und die Königswürde Friedrichs nun auch von Kaiser Franz I. formell bestätigt sei. 

Bereits am 2. Januar wurden alle Beamten auf den Eid der Treue verpflichtet. Die ersten königlichen Verordnungen, z.B. das Verbot auf alle Volksversammlungen, folgten kurze Zeit später. Schon am 7. Januar wurde ein Staatsministerium als oberste Behörde eingesetzt und am 18. März die ganze Landesregierung neu organisiert.
Das Land, Alt- und Neuwürttemberg bildeten von jetzt ab ein Ganzes unter gleicher Gesetzgebung und Verwaltung, wurde in 12 Kreise eingeteilt. Diese waren: Stuttgart, Schorndorf, Heilbronn, Ludwigsburg, Rothenburg, Calw, Rottweil, Öhringen, Ellwangen, Ehingen, Altdorf und Urach.

Die württembergischen Hirschstangen bekamen im großen königlichen Wappen den Ehrenplatz anstelle der Reichssturmfahne. Gleichzeitig erschienen im mittleren Hauptfeld die hohenstaufischen Löwen .

Der enorme Einfluss Frankreichs und Napoleons auf Deutschland wurde immer stärker. Napoleons Bestreben, den südwestlichen Teil Deutschlands dem österreichischen Einfluss zu entziehen, stieß auf keine großen Schwierigkeiten. So war es nicht verwunderlich, dass am 12. Juli 1806 in Paris der so genannte Rheinbund unter dem Protektorat Napoleons zustande kam. Hierbei handelte es sich um eine Vereinigung von 16 deutschen Staaten. Württemberg, Baden, Bayern, Hohenzollern, Liechtenstein, Nassau, Hessen-Darmstadt und Cleve-Berg gehörten auch dazu.
Der Rheinbund verpflichtete sich, dem französischen Kaiser Napoleon ein Heer von 63.000 Soldaten zur Verfügung zu stellen. Als Gegenleistung erhielten die Teilnehmer des Bundes Länderzuwachs und den Behalt der obersten Gerichtsbarkeit. Württemberg erhielt folgenden Gebietszuwachs: die hohenlohischen Fürstentümer außer Kirchberg und Schillingsfürst, die Besitzungen der Fürsten und Grafen von Truchseß-Waldburg, einen Teil von Thurn u. Taxis, Scheer, Buchau u. Marchtal, das Fürstentum Ochsenhausen, die Herrschaft Warthausen, Weingarten, die Grafschaften Schussenried, Weißenau, Königsegg-Aulendorf, Eglofs, Isny, Güterzell, Heggbach, Baindt, Roth, die Herrschaften Gundelfingen und Neufra, Tannheim, Mietingen und Sulmingen, Neu-Ravensburg, Limburg und den Salm-Krautheimischen Landesteil auf der linken Seite der Jagst, die Herrschaft Wiesensteig, die ehemalige Reichsstadt Biberach, die Donaustadt Waldsee, die Grafschaft Schelklingen, die Deutschordensschlösser Altshausen und Kapfenburg, sowie die Abtei Wiblingen. Somit war Württemberg auf einen Schlag um ca. 181.000 Einwohner größer!

Im Länderausgleich mit Bayern am 13. Oktober und mit Baden am 13. November 1806 wurden im Gegenzug Gebiete abgegeben. An Baden z.B. die Grafschaft Bondorf, die Städte Bräunlingen und Villingen nebst dem jenseits der Donau gelegenen Teil des Amts Tuttlingen.

Das deutsche Reich, das nach tausendjährigem Bestehen keinen Einwand gegen diese Maßregelung Napoleons erhob, war damit faktisch aufgelöst. Deshalb entsagt am 6. August Franz II. der deutschen Kaiserwürde.

Das Gefühl der erlittenen Schmach und Erniedrigung unseres Vaterlandes regte sich nur bei wenigen der damaligen Zeit. Dort, wo es zu Tage trat, wurde es von Napoleons Truppen gewaltsam und blutig niedergeschlagen. In dieser Zeit geschah es, dass der in Schorndorf geborene Buchhändler Palm, weil er sich weigerte, den Verfasser einer anonymen Flugschrift "Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung" zu nennen, auf Napoleons Befehl am 26. August 1806 in Braunau standrechtlich erschossen wurde.
Das Ehrgefühl war sogar soweit gesunken, dass man es als Ehre empfand, an der Seite des Erzfeindes Frankreich gegen Preußen in den Krieg zu ziehen. König Friedrich musste 13.500 Soldaten und 18 Geschütze zur Verfügung stellen. Außerdem veranlasste Napoleon die Heirat seines Bruders
Jérôme mit Friedrichs Tochter Katharina. Jerome wurde 1807 als König in dem neu gebildeten Königreich Westfalen eingesetzt.

Im Jahr 1809 brach der Krieg zwischen Frankreich und Österreich aus. Wieder musste König Friedrich über 15.000 Soldaten und über 20 Geschütze an Napoleon abstellen.     

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