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8><Seite 9> König Friedrich hatte
mittlerweile allen Anlass dazu, sich bei Napoleon erkenntlich zu zeigen.
Dies deshalb, weil durch Napoleons Dekret vom 24. April 1809 betreffend
der Aufhebung des Deutschordens und der Rheinbundstaaten, sowie durch
den Wiener Frieden vom 14. Oktober 1809 und den darauf folgenden Vertrag
von Compione vom 24. April 1810, Württemberg erneut einen ganz
ansehnlichen Zuwachs erhielt. Bis zum Ende des alten Herzogtums war Württemberg ein fast rein protestantisches Land. Durch die Erweiterung Württembergs von 1803 bis 1810 kamen katholisch- und jüdisch besiedelte Gebiete hinzu. Im neuen Königreich waren somit 1 Million Protestanten, 450.000 Katholiken und 7.500 Juden angesiedelt. Die Juden, die nach Ausweisung durch Herzog Eberhard seit 300 Jahren kein Aufenthaltsrecht besaßen, erhielten 1828, allerdings mit zahlreichen Einschränkungen, die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Untertanen und ab 1864 die völlige Niederlassungsfreiheit. Zuvor durften sie sich nur in ca. 80 Orten, in denen schon Juden lebten, niederlassen. Unter König Friedrich, dessen Ziel die Einheit der aus so verschiedenartigen Bestandteilen zusammengesetzten württembergischen Staates war, wurde zweifellos die moderne Staatsform geschaffen, allerdings auf eine sehr rücklichtslose und unterdrückerische Art und Weise. Durch eine Vielzahl von Verordnungen, Neuanordnungen und Änderungen schuf man einen Staat nach dem Wunsch des Herrschers, der sich im großen und ganzen bis in die moderne Zeit erhalten hat. Seit 1810 wurde das
Königreich Württemberg in 12 Landvogteien mit deutschen und
französischen Namen aufgeteilt (Rothenburg mit Stuttgart, Departement
du Rothenberg, am oberen Neckar, Departement du haut Neckar, am
mittleren Neckar, am unteren Neckar, an der Enz, Schwarzwald, an der
Jagst, am Kocher, an der Rems und Fils, auf der Alb, an der Donau und am
Bodensee, Departement du lac de Constanze). Da unter König
Friedrichs Regiment nicht weniger als 10 Feldzüge geführt wurden,
spielte natürlich das Kriegswesen eine ganz bedeutende Rolle. Zur
Erreichung des Kontingents von mindestens 12.000 Mann wurde eine
Militäraufhebung eingeführt, die mit rigoroser Strenge überwacht
wurde. Neue Bestimmungen hierzu erschienen im Jahr 1809. Demzufolge
wurden junge Männer, außer Studierenden, zum Kriegsdienst verpflichtet
und herangezogen. Das Finanz- u. Kirchenwesen, beides sehr wichtige Institutionen im Staat, wurden ebenfalls neu strukturiert. Natürlich wurde auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr vieles getan, um Handel, Verkehr, Gewerbe und Fabriken zu heben. Hierzu wurden z.B. die Landstraßen verbessert und ausgebaut und gleiches Maß und Gewicht im Königreich eingeführt. |