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Königreich Württemberg

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<Eckdaten König Friedrich><Eckdaten König Wilhelm I.><Eckdaten König Karl><Eckdaten König Wilhelm II.>

Um den Handel mit der Schweiz und mit Italien zu fördern, wurde am Bodensee der Ort Hofen und die Stadt Buchhorn unter dem Namen Friedrichshafen vereinigt und am 20. Dezember 1811 mit besonderen Privilegien versehen. Im Inneren des Landes wurde die Handelsbeschränkung aufgehoben und 1806 eine Hofbank errichtet. Außerdem wurde in Ludwigsburg die Porzellanfabrik unterstützt und in Oberndorf eine Gewehrfabrik gegründet. Die Post wird, nachdem die Beamten 1806 beeidigt- und die Taxischen Posten in den neuen Landesteilen integriert worden waren, königlich.
Königliche Verordnungen, teilweise auf Napoleons Druck mit aller Strenge durchgeführt, machten sich auf diesem Gebiet bemerkbar. Die Salzregie wurde 1807, die Tabakregie 1808 eingeführt. Seit 1810 wurde auf Kolonialwaren ein ungeheurer Zoll gelegt, Kaffee wurde eine Zeit lang komplett verboten, die Ein- und Ausfuhr englischer Waren strengstens verboten, Vorräte konfisziert und Magazine geschlossen. Auch sonst hatte das Land unter dem souveränen König schwer zu leiden. Der Steuerdruck, den die vielen Kriege-, die komplizierte Staatsmaschinerie-, die rücksichtslose Bürokratie-, und die ausschweifende, teurer Hofhaltung erforderte, wurde immer stärker und unerträglicher.

1812 erfolgte Napoleons Bruch mit Russland. König Friedrich stellte 15.800 Soldaten, 3.400 Reiter und 32 Geschütze an Napoleon für den Russlandkrieg ab. Die württembergische Division wurde von Kronprinz Wilhelm geführt, der jedoch am 19. Juli erkrankte und, nachdem er das Kommando an Generalleutnant von Scheler übertragen hatte, die Heimreise antreten musste. Über den Russlandkrieg Napoleons an sich und über die zermürbte- und fast vollkommen aufgeriebene württembergische Division erspare ich mir jegliche Schilderungen.

Am 11. Januar 1815 überraschte König Friedrich das Land mit einem Manifest, in dem er erklärte, dass er bereit sei, freiwillig wieder eine landesständische Verfassung herzustellen. Ein Edikt vom 19. Januar bestimmte die Art der Zusammensetzung aus Adel, Geistlichkeit und Volksabgeordneten in einer Kammer. Der 10 Jahre dauernde Absolutismus hatte somit ein Ende. Doch die Stände standen der Neuordnung sehr skeptisch gegenüber. Sie sahen darin lediglich eine Fortsetzung des autokratischen Regiments. Eine Koalition aus Altwürttembergern und Adligen bildete sich gegen das neue Projekt. Neuwürttemberger schlossen sich den Altwürttembergern an. Nachdem am 15. März die Landesstände mit großer Feierlichkeit eröffnet wurden, wurde die königliche Vorlage komplett verworfen und ihm auch entsprechend schriftlich mitgeteilt. Die Versammlung verlangte die alte Verfassung, die mit Gewalt genommen wurde, als die noch zu Recht bestehende Grundlage. Nach langem Hin- u. Her begannen am 4. Dezember Vergleichsverhandlungen. Diese verliefen jedoch sehr zäh und langsam. Am 25. Juni des darauf folgenden Jahres verfasste der König eine Erklärung, dass man keiner Einmischung in die königliche Regierungsgewalt statt geben und keine Vorstellungen mehr beantworten werde, die nicht die Bestimmung haben, an dem Verfassungswerk mitzuwirken.

Das Werk war noch nicht weit gediehen, als König Friedrich am 3. Oktober 1816, fast 62-jährig und nach taten- u. ereignisreicher Regierung, starb.
König Friedrich gebührt der Ruhm, der Begründer des neuen Staates Württemberg geworden zu sein und das Schiff Württemberg durch viele Klippen und Gefahren in den stürmischen Zeiten, da in Europa Throne u. Herrschaften wankten und fielen, unversehrt durchgelenkt zu haben.
Napoleon sagte über ihn, er sei ein harter Mann, aber nicht weniger rechtlich, und unter den Souveränen Europas der Geistvollste. König Friedrich verlor in seinem Souveränitätsdünkel das Herz für das Volk, das bei der glänzenden Hofhaltung schwer gedrückt-, und, durch Abgaben und Steuern und durch seine ins Unglaubliche gehende Jagdliebe und der damit verbunden hohen Kosten, extrem erniedrigt wurde. Noch lange lebte in den Kreisen der Bevölkerung Württembergs die Erinnerung an seine Person lebendig fort.

Sein Nachfolger König Wilhelm I. (sein vollständiger Name lautete Friedrich Wilhelm Karl, anfänglich wurde er auch Friedrich genannt. Er selbst hat erst später seinen Taufnamen zum Hauptnamen gemacht) bestieg mit 35 Jahren den Thron. Er hatte nicht nur feindliche Länder-, sondern auch die Herzen seiner Untertanen erobert.
Geboren am 27. September 1781 in Lüben in Schlesien, wo sein Vater Friedrich als Generalmajor in preußischen Diensten stand, hatten ihm seine Kriegstaten und seine volksfreundliche Gesinnung bereits im Vorfeld die Liebe und Hochachtung seines Volkes gesichert. Die Mutter verlor er bereits im Alter von 8 Jahren, eine Sohn-Vater-Beziehung zu König Friedrich konnte er nie aufbauen. Zuerst lebte er mit seinem Vater in Russland, ab 1790 in Ludwigsburg.

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