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1><Seite 2><Seite 3><Seite
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8><Seite 9> Um den Handel mit der
Schweiz und mit Italien zu fördern, wurde am Bodensee der Ort Hofen und
die Stadt Buchhorn unter dem Namen Friedrichshafen vereinigt und am 20.
Dezember 1811 mit besonderen Privilegien versehen. Im Inneren des Landes
wurde die Handelsbeschränkung aufgehoben und 1806 eine Hofbank
errichtet. Außerdem wurde in Ludwigsburg die Porzellanfabrik
unterstützt und in Oberndorf eine Gewehrfabrik gegründet. Die Post
wird, nachdem die Beamten 1806 beeidigt- und die Taxischen Posten in den
neuen Landesteilen integriert worden waren, königlich. 1812 erfolgte Napoleons Bruch mit Russland. König Friedrich stellte 15.800 Soldaten, 3.400 Reiter und 32 Geschütze an Napoleon für den Russlandkrieg ab. Die württembergische Division wurde von Kronprinz Wilhelm geführt, der jedoch am 19. Juli erkrankte und, nachdem er das Kommando an Generalleutnant von Scheler übertragen hatte, die Heimreise antreten musste. Über den Russlandkrieg Napoleons an sich und über die zermürbte- und fast vollkommen aufgeriebene württembergische Division erspare ich mir jegliche Schilderungen. Am 11. Januar 1815 überraschte König Friedrich das Land mit einem Manifest, in dem er erklärte, dass er bereit sei, freiwillig wieder eine landesständische Verfassung herzustellen. Ein Edikt vom 19. Januar bestimmte die Art der Zusammensetzung aus Adel, Geistlichkeit und Volksabgeordneten in einer Kammer. Der 10 Jahre dauernde Absolutismus hatte somit ein Ende. Doch die Stände standen der Neuordnung sehr skeptisch gegenüber. Sie sahen darin lediglich eine Fortsetzung des autokratischen Regiments. Eine Koalition aus Altwürttembergern und Adligen bildete sich gegen das neue Projekt. Neuwürttemberger schlossen sich den Altwürttembergern an. Nachdem am 15. März die Landesstände mit großer Feierlichkeit eröffnet wurden, wurde die königliche Vorlage komplett verworfen und ihm auch entsprechend schriftlich mitgeteilt. Die Versammlung verlangte die alte Verfassung, die mit Gewalt genommen wurde, als die noch zu Recht bestehende Grundlage. Nach langem Hin- u. Her begannen am 4. Dezember Vergleichsverhandlungen. Diese verliefen jedoch sehr zäh und langsam. Am 25. Juni des darauf folgenden Jahres verfasste der König eine Erklärung, dass man keiner Einmischung in die königliche Regierungsgewalt statt geben und keine Vorstellungen mehr beantworten werde, die nicht die Bestimmung haben, an dem Verfassungswerk mitzuwirken. Das Werk war noch nicht
weit gediehen, als König Friedrich am 3. Oktober
1816, fast 62-jährig
und nach taten- u. ereignisreicher Regierung, starb. Sein Nachfolger König Wilhelm I.
(sein vollständiger Name lautete Friedrich Wilhelm Karl,
anfänglich wurde er auch Friedrich genannt. Er selbst hat erst später
seinen Taufnamen zum Hauptnamen gemacht) bestieg mit 35 Jahren den
Thron. Er hatte nicht nur feindliche Länder-, sondern auch die Herzen
seiner Untertanen erobert. |