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Königreich Württemberg

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<Eckdaten König Friedrich><Eckdaten König Wilhelm I.><Eckdaten König Karl><Eckdaten König Wilhelm II.>

Nach dem Zerwürfnis mit seinem Vater und seiner Flucht nach Paris, erwarb er, da er schon damals im Konflikt des Herzogs mit den Ständen ganz unverholen Partei für die Stände ergriff, enorme Sympathien beim schwäbischen Volk. Er lebte in einem kleinen aber erwählten Kreis; im Sommer zumeist in Scharnhausen, wo er 1810 ein kleines Gestüt anlegte. Die Napoleonische Richtung war ihm zuwider, deshalb hielt er sich von der Politik fern. Durch seine Beziehungen zu Kaiser Alexander von Russland lernte er dessen Schwester, die Großfürstin Katharina Pawlowna (Witwe des Prinzen von Oldenburg) kennen und lieben. Die Heirat fand, nachdem seine zuvor geschlossene Ehe mit Charlotte (Karoline) Auguste, Prinzessin von Bayern, im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst wurde, am 24. Januar 1816 in Petersburg statt. Der festliche Einzug des Paares in Stuttgart erfolgte am 23. April. Wenige Monate später bestieg er, ausgelöst durch Friedrichs Tod, den Thron. Am 30. Oktober, dem 1. Tag seiner Regierung, erließ er ein Manifest in dem er erklärte, die Wohlfahrt und das Glück seiner Untertanen werde stets das Ziel seiner Bestrebungen sein.
Seine ersten Handlungen waren in größtem Maße Vertrauen erweckend: die verhassten Günstlinge des Königs wurden entlassen, ein Generalpardon für die Ausreißer aus der Armee wurde erlassen und die geheime Polizei wurde aufgelöst. Das Verbot für die Auswanderung wurde aufgehoben, die ehemals sehr teure Hofhaltung wurde auf ein Normalmaß zurückgeschraubt, der Staatsrat aufgehoben und der Geheime Rat wieder eingeführt. A, 30. Januar 1817 wurde die Pressefreiheit sanktioniert. Aufgrund einer entsetzlichen Hungersnot, die im Herbst 1816 über das Land hereinbrach und sich im folgenden Jahr noch steigerte, wurden deutliche Erleichterungen auf Abgaben und Besteuerungen erlassen. Mit Hilfe seiner sehr wohltätigen und sehr auf Nächstenliebe bedachten Frau versuchte der König mit allen Mitteln, die Not der Bevölkerung und des Landes zu steuern. Der um sich greifende Wucher wurde nachdrücklich bekämpft, die Ausfuhrzölle für Getreide und andere Früchte drastisch erhöht und 75.000 Scheffel Getreide in Russland aufgekauft. Seine Frau gründete überall im Land Wohltätigkeitsvereine, richtete Industrieschulen ein zur Schaffung von Verdienst aus weiblicher Sicht und ruft im folgenden Jahr die württembergische Sparkasse ins Leben. So wurde der größten Not über den Winter und dem Anfang des Jahres 1817 entgegengesteuert. Der darauf folgende Sommer brachte dann eine reiche Ernte.

An dieser Stelle nehme ich jetzt wieder den zuvor unterbrochenen Faden über die Verhandlungen betreffend der neuen Verfassung wieder auf. König Wilhelm brachte der Versammlung der Stände, die am 3. März 1817 wieder eröffnet wurde, einen Entwurf vor, dem die Stände selbst einen vom so genannten Instruktionskomitee ausgearbeiteten Entwurf gegenüber stellten. In 5 Punkten gingen die beiden Entwürfe auseinander. Bei einigen dieser Punkte gab die Regierung zwar nach, stellte dann aber ein Ultimatum von 8 Tagen zur Annahme des geänderten Entwurfs, dem die Stände jedoch nicht nachkamen. Am 2. Juni 1817 fand die Abstimmung statt. Mit 67 gegen 42 Stimmen wurde der Regierungsentwurf abgelehnt, worauf am 4. Juni die Auflösung der Ständeversammlung folgte, mit dem Befehl, dass die nicht in Stuttgart wohnenden Mitglieder sofort in ihre Heimat zurückzukehren haben. Dazu erklärte König Wilhelm in einem Manifest, der Verfassungsentwurf, soweit er sich nicht auf die landständische Repräsentation beziehe, trete in Wirksamkeit und er gebe die Annahme und Umsetzung des Entwurfs in die Hände der Amtsversammlungen. Unter den Ministern Kerner und Wangenheim entwickelte die Regierung enorme Aktivitäten in der Schaffung neuer Gesetze auf dem Wege von Verordnungen. 1817 u. 1818 wurde in ausgezeichneter Weise die Verwaltung, die Justiz, die Rechtsverhältnisse der Staatsdiener und die Grundsätze des Staatshaushaltes neu organisiert. Am 28. September 1818 wurde das landwirtschaftliche Fest in Cannstatt so gefeiert, wie es im Endeffekt noch heute der Fall ist. Im selben Jahr wurde auch das landwirtschaftliche Institut Hohenheim gegründet.

Das rastlose Wirken des Königs für das Wohl des Volkes und des Landes wurde durch den jähen Tod seiner Frau Katharina am 9. Januar 1819 unterbrochen. Katharina, die vom Volke tief betrauert wurde, wurde zuerst in der Stuttgarter Stiftskirche beigesetzt. Seit 1824 ruht sie in der extra vom König für Katharina erbauten Grabkapelle auf dem Rotenberg (Württemberg), (Link zur Seite über die Grabkapelle) in der später dann auch der König selbst seine letzte Ruhe fand. Katharina hat sich durch die aufopfernde Fürsorge und durch die Gründung vieler sozialer Eichrichtungen, z.B. das Katharinenstift, im Schwabenland und in den Herzen ihrer Bewohner ein dauerhaftes Denkmal gesetzt!   

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