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<Eckdaten König Friedrich><Eckdaten
König Wilhelm I.><Eckdaten
König Karl><Eckdaten König
Wilhelm II.>
Die Julirevolution, im
Jahr 1830 aus Frankreich herüberkommend, brachte neue Bewegung in das
stagnierende politische Leben in Deutschland. Es vermehrte sich der
Gedanke, dass die konstitutionelle Staatsform nun auch in Deutschland
eingeführt werden soll. Die Gefahr ging jedoch vorüber. Frankreich
startete weder damals noch später den Versuch, das Deutsche Militär
auf die Probe zu stellen.
Am 28. September 1841
feierte König Wilhelm in großartiger Weise sein 25-jähriges
Regierungsjubiläum. Aus großer Dankbarkeit für seine Verdienste bot
das Land das Schönste und Beste auf, das es zu bieten hatte. Über
100.000 Teilnehmer aus Ständen und Vereinigungen beteiligten sich in
Landestrachten an einem Festzug zu Ehren des Jubilars. Die Jubiläumssäule
in der Mitte des Schlossplatzes in Stuttgart erinnert
noch heute an dieses großartige Fest.
Nachdem am 1. Dezember 1824 das erste Dampfschiff "König
Wilhelm"
auf dem schwäbischen Meer vom Stapel gelaufen war, folgte Mitte der
30iger Jahre die Planung der Eisenbahnen im Land. Im Jahr 1842 wurde ein
Eisenbahngesetz eingebracht, dem der Bau einer Eisenbahnstrecke von
Cannstatt nach Untertürkheim folgte. Am 5. Oktober 1845 fand die erste
Probefahrt mit der Lokomotive "Neckar" und einem
amerikanischen Eisenbahnwagen statt. Diese wurde am 22. Oktober dem
Verkehr übergeben. Eine weitere Strecke von Cannstatt nach Esslingen
folgte am 20. November. Nachdem dann im Jahr 1846 der Pragtunnel, der
Rosensteintunnel und das Viadukt bei Cannstatt fertig gestellt waren,
fuhr am 26. September 1846 der erste Zug von Cannstatt her kommend in
den Stuttgarter Bahnhof ein. Der Ausbau der Eisenbahn folgte dann in
großen Schritten.
Die am 24. Februar 1848
in Frankreich ausgebrochene Revolution brachte große Unruhe ins Land.
Ende März verbreitete sich in den südlichen und westlichen Teilen
Württembergs die Schreckensnachricht, dass bis zu 50.000 Franzosen
(keine Soldaten, sondern Raubgesindel) den Rhein plündernd und mordend
überschritten hatten und nach Osten vordrangen. Die Männer griffen zu
den Waffen, die restliche Bevölkerung floh Richtung Stuttgart. Nach
einem kurzen Gefecht bei Dossenbach am 27. April hatte der Spuk jedoch
ein Ende.
Nachdem am 6. November 1850 die Landesversammlung zum dritten Mal
aufgelöst wurde, wurde am 6. Mai 1851 ein neuer Landtag nach den
Bestimmungen der württembergischen Verfassung von 1819 einberufen.
König Wilhelm übergab, nachdem sich bei ihm das Alter immer
mehr spürbar machte, am 27. März 1864 die Staatsgeschäfte an einen
Ministerrat unter dem Vorsitz des Kronprinzen Karl. Unerwartet starb König
Wilhelm am 25. Juni 1864, 83-jährig, auf seinem Landsitz Schloss
Rosenstein (Link
zur separaten Seite Schloss Rosenstein). Gemäß seiner Bestimmung
vom 20. April 1844 wurde er in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni in der
Grabkapelle auf dem Rotenberg (Link
zur separaten Seite Grabkapelle) neben seiner Frau Katharina
beigesetzt.
Während seiner 48-jährigen Regierungszeit wurde der König für das
Land Württemberg zu einem wahren Segen. Nach seinem Regierungsantritt
bestimmte er sofort, dass sein Titel künftig nur "Wilhelm von
Gottes Gnaden König von Württemberg" lauten sollte. Nach der
Bestimmung von 1817 zeigte das königliche
Wappen ab
sofort einen vertikal in zwei Felder geteilten Schild, rechts drei
schwarze, liegende Hirschstangen in gelb (Württemberg), links drei
schwarze Löwen (Stauferlöwen), darüber einen gekrönten Helm;
Schildhalter sind ein gekrönter schwarzer Löwe rechts und ein goldener
Hirsch links. Diese stehen auf einem vorn purpurnen, hinten schwarzen
Bande, das die Worte "Furchtlos und trew" trägt.
Wilhelms Verdienste für das Land Württemberg waren schlichtweg enorm.
Viele seiner erbrachten Leistungen sind von dauerhaftem Bestand oder
haben sich in vorteilhafter Art und Weise für das Land erwiesen. Einige
seiner Taten sollen nachstehend genannt werden: weise Sparsamkeit durch
Aufhebung drückender Lasten, Förderung von Gewerbe, Handel und
Landwirtschaft, Stiftung des Handel- u. Gewerbevereins (1819),
erstmalige Abhaltung des Pferdemarkts in Stuttgart (1835), Gründung der
Zentralstelle für Gewerbe und Handel 1848, die Entdeckung der Salzlager
in Friedrichshall und Clemenshall, 1820 Eröffnung der Salinen
Wilhelmsglück (bei Hall) und Wilhelmshall bei Rottenmünster
(Württemberg musste deshalb das Salz nicht mehr aus dem Ausland
kaufen), Erbauung von Brücken, Wasserbauten und Wasserstraßen,
Eröffnung der Dampfschifffahrt auf dem Bodensee, Bau von Eisenbahnen,
Erwerb des Postwesens um 1,3 Millionen Gulden von Thurn und Taxis,
Erstellung des Telegraphennetzes, Gründung Hohenheims, Gründung des
landwirtschaftlichen Hauptfestes in Cannstatt, Bau des Landhauses
Rosenstein (1824), Bau der Wilhelma (1840-53), Bau des Kursaales in
Cannstatt (1825), Bau des Katharinenhospitals (1828), Bau des
Wilhelmspalastes (1834-1840), Bau der Villa Berg (1845-53), Vollendung
des Stuttgarter Bahnhofes (1847), Bau des Königsbaus (1856-60),
Erstellung des Schillerdenkmals auf dem Schlossplatz (1839) und vieles
andere mehr.

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