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Königreich Württemberg

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<Eckdaten König Friedrich><Eckdaten König Wilhelm I.><Eckdaten König Karl><Eckdaten König Wilhelm II.>

Das königliche Paar zeigte sich sehr gerne in der Öffentlichkeit. Bei Reisen, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Besichtigungen, Eröffnungen von Instituten usw. ergaben sich gute Gelegenheiten, mit dem Volk zusammen zu kommen.
Der Gesundheitszustand des Königs erforderte, dass er sich mehr und mehr zurückzog. Vermehrt verbrachte er die kalten Monate im wärmeren Klima in Italien oder Südfrankreich. Da dem Paar wegen Karls homosexueller Neigungen eigene Kinder versagt blieben, nahm es 1864 die Nichte der Königin, Größfürstin Wera, in den Kreis der Familie auf. Deren kurzer Ehe mit mit Herzog Eugen von Württemberg, welcher am 27. Januar 1877 unerwartet starb, entstammen die Zwillingsprinzessinnen Elsa und Olga. Der nunmehr dem königlichen Haus am nächsten stehende
Prinz Wilhelm von Württemberg, Neffe des Königs, geboren am 25. Februar 1848, war in erster Ehe mit Marie, Prinzessin von Waldeck-Pyrmont, verheiratet. Dieser Ehe entstammte Prinzessin Pauline. Charlotte, Prinzessin von Schaumburg-Lippe, heiratete er am 8. April 1886.

König Karl kümmerte sich intensiv um die Altersfürsorge. 1866 wurde auf seine Veranlassung hin die Invalidenstiftung für die verwundeten und erwerbslos gewordenen Soldaten und deren Angehörige gegründet. Die Königin, wie Katharina sehr auf Wohltätigkeit bedacht, rief den Wohltätigkeitsverein ins Leben, in den jährlich große Summen aus der königlichen Kasse  zur Armenunterstützung flossen. 1848 übernahm sie das Protektorat über die Olgaheilanstalt zur Pflege kranker Kinder in Stuttgart, für das 1882 ein neues Gebäude erstellt wurde. Die Feier der silbernen Hochzeit 1871 gab der Königin Anlass zu einer ungemein reichen Stiftung zur Unterstützung mittelloser, unverehelichter Töchter von verstorbenen, verdienten Männern, die im Zivil- und Militärdienst gestanden haben. Die Stiftung gründete die Königin unter dem Namen Karl-Olga-Stiftung mit einem Kapital von 105.000 Gulden aus ihrer Kasse.

Besonders gefordert war Karl im Krieg gegen Frankreich 1870/71. Nachdem Preußen Österreich als deutsche Führungsmacht verdrängt hatte, mussten die süddeutschen Staaten zur Mobilmachung aufrufen. Baden, Bayern, Hessen-Darmstadt und Württemberg schlossen sich dem Norddeutschen Bund unter Preußens Führung an. Mit der Kriegserklärung Frankreichs am 19. Juli 1870 trat für die süddeutschen Staaten der Bündnisfall ein. Die Schlachten bei Wörth am 6. August, bei Sedan am 2. September 1870 und die Belagerung von Paris fand mit großem Einsatz der württembergischen Soldaten statt. Ende Februar 1871 war die endgültige Niederlage Frankreichs besiegelt. Trotz großem Widerstand König Karls unterzeichnete Württemberg noch während des Krieges am 25. November 1870 den Bundesvertrag zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs. Mit dem dadurch erfolgten Verlust der Souveränität konnte sich König Karl kaum abfinden. Durch die Unterzeichnung des Vertrages trat Württemberg ab dem 1. Januar 1871 dem deutschen Reich bei. In den Bereichen Innere Verwaltung, im Post-Telegraphen- und Eisenbahnwesen sowie bei kulturellen Angelegenheiten behielt Württemberg die Souveränität.

Karls großes Engagement bei der Schaffung der Albwasserversorgung und dessen homosexuellen Neigungen zu dem Amerikaner Charles Woodcock und dessen Freund Donald Handy sind sicherlich unvergessen. Als er Charles Woodcock zum Kammerherrn ernannt und gar zum "Baron Savage" erhoben hatte, kam es zum Eklat. Dem Dreiergespann von Reichskanzler Bismarck, dem Prinzen Wilhelm und Ministerpräsident Mittnacht gelang es schließlich, dass Karl sich von seinem Günstling trennte.
Königin Olga starb, schwer krank, am 30. Oktober 1892. Trotz aller erlittenen Demütigungen hielt sie bis zuletzt zu Karl und bewahrte ihre königliche Haltung.

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