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<Eckdaten König Friedrich><Eckdaten
König Wilhelm I.><Eckdaten
König Karl><Eckdaten König
Wilhelm II.>
Nach Karls Tod kam nun der vierte und zugleich letzte König Württembergs, Wilhelm
II., an die Regierung.
Er war der König der
Bürger! Unter ihm kam 1906 endlich die in der Schwebe befindliche
Verfassungsreform zustande, die für Württemberg einen so großen
Fortschritt bedeutete. König Wilhelm II. fand durch seinen
gut-bürgerlichen Lebensstil sehr große Akzeptanz bei der Bevölkerung
und bei seinen Ministern. Ihn und seine Frau Charlotte
spornte dies zu
großem Engagement auf sozialem- und kreativem Gebiet an. Sie wollten
selbst den Schwächsten der Gesellschaft ein menschenwürdiges Dasein
ermöglichen.
Unter Wilhelm II.
verlor das höfische Leben seinen Glanz und seinen exklusiven Charakter.
Außerdem schaffte er 1913 den noch aus der Zeit König Friedrichs
stammenden Personaladel ab.
Im Wilhelmspalais, in dem er mit seiner Gemahlin lebte, boten sich bei
den Herrenabenden hervorragende Gelegenheiten, um mit allen
Bevölkerungsschichten ins Gespräch und in Kontakt zu kommen. Stuttgart
hat es seinem großen Engagement und persönlichen Verzicht zu
verdanken, dass es sich zu einem kulturellen Zentrum entwickelte. Doch
nicht nur den kulturellen Dingen stand Wilhelm II. sehr offen
gegenüber, sondern auch den technischen- und bildungsmäßigen
Bereichen. Zu Experimentierzwecken stellte er z. B. Graf Zeppelin, der
ihm freundschaftlich verbunden war, die Manzeller Bucht bei
Friedrichshafen zur Verfügung. Durch Wirkung so herausragender
Persönlichkeiten wie z.B. Graf Zeppelin (Link
zur Biografie von Graf Zeppelin), Gottlieb Daimler (Link
zur Biografie von Gottlieb Daimler) und Robert
Bosch (Link zur
Biografie von Robert Bosch) stieg Württemberg unter Wilhelms Führung langsam aber sicher zum
Industrieland auf.
Unter riesiger Anteilnahme und Sympathiekundgebung der Bevölkerung
wurde am 7. und 8. April 1911 die Silberne Hochzeit des Königspaares
gefeiert.
Doch der König und das Volk wuchs sogar noch enger zusammen, als 1916
der erste Weltkrieg seine Schatten über Deutschland warf. Mit
Tränen in den Augen verabschiedete König Wilhelm seine Truppen im
August 1914 im Hof der Stuttgarter Rotebühlkaserne. Wann immer es ihm
möglich war, besuchte er seine Truppen an der Front und versuchte, das
schwere Los der Soldaten erträglicher zu gestalten.
Der erfolgten
Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems durch einige
Bundesländer und dem Reich stand er nicht negativ gegenüber. Nachdem
er jedoch am Morgen des 9. November 1918 im Wilhelmspalais die neu
berufene Landesregierung vereidigte, überschlugen sich die Ereignisse
dramatisch. Revolutionäre überfielen die Stadt, brachten auch das
Wilhelmspalais in ihre Hand und setzten auf dessen Dach die Fahne der
Revolution.
König Wilhelm und seine Gemahlin wurden unter dem Schutz einer
provisorischen republikanischen Regierung nach Bebenhausen (Link
zur separaten Seite Schloss Bebenhausen) gebracht, von wo aus er am 30.
November 1918 seine Abdankung mit folgenden Worten erklärte:
"An das Württembergische Volk. Wie ich schon erklärt, soll
meine Person niemals ein Hindernis sein für die freie Entwicklung des
Landes und dessen Wohlergehen. Geleitet von diesem Gedanken, lege ich
mit dem heutigen Tage die Krone nieder. Allen, die mir in 27
Jahren treu gedient oder mir sonst Gutes erwiesen haben, vor allem auch
unseren heldenmütigen Truppen, die durch vier Jahre schwersten
Ringens mit größtem Opfermut den Feind vom Vaterlande fern gehalten
haben, danke ich aus Herzensgrund, und erst mit meinem letzten
Atemzuge wird meine Liebe zur teuren Heimat und ihrem Volke erlöschen.
Ich spreche hiebei zugleich im Namen meiner Gemahlin, die nur
schweren Herzens ihre Arbeit zum Wohle der Armen und Kranken im
bisherigen Umfang niederlegt. Gott segne, behüte und schütze unser
geliebtes Württemberg in alle Zukunft! Dies ist mein Scheidegruß.
Bebenhausen, den 30. November 1918. Wilhelm."
Nach seinem Abdanken nannte er sich Herzog Wilhelm.
Die neue
republikanische Regierung sicherte dem Königspaar lebenslanges
Wohnrecht auf Schloss Bebenhausen sowie eine jährliche Apanage in Höhe
von 200.000 Mark zu. Die größten Teile des Krongutes gingen an das neu
entstandene Land Württemberg.
König Wilhelm II., der
1920 mit seiner Frau endgültig in das Schloss Friedrichshafen
übersiedelte, kehrte ab 1918 seiner ehemaligen Residenzstadt Stuttgart
den Rücken. Nach Bebenhausen, wo der König am 2. Oktober 1921 starb,
kam das Paar jedoch immer wieder gerne. Selbst bei seinem Begräbnis, an
dem weit über 100.000 Menschen teilnahmen, musste der Leichenzug
Stuttgart meiden. Auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg fand
König Wilhelm II. neben seiner ersten Frau Marie und dem
gemeinsamen Sohn Ulrich, seine letzte Ruhestätte. Seine Frau Charlotte
starb, nachdem sie 1944 einen Schlaganfall erlitten hatte, am 16. Juli
1946 ebenfalls auf Schloss Bebenhausen.
Das war das Ende vom
Königreich Württemberg!
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