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Stuttgart, Hauptstadt des Landes Baden-Württemberg und eine der landschaftlich schönst gelegenen Großstädte Deutschlands, wurde auf dem Grund eines großen Talkessels erbaut. Die ringsum liegenden Wälder und Weinberge reichen auch heute noch bis in die Innenstadt hinein. Der Spitzname Stäffelesrutscher, den man den Stuttgarter Bewohnern verliehen hat, beruht auf den unzähligen Stäffele (Treppenaufgänge) an den Berghängen, die Stuttgart eine äußerst charakteristische Note verleihen. Doch
lassen Sie mich nun der Reihe nach zuerst die Entstehungsgeschichte und
danach alles weitere Wissenswerte über Stuttgart erläutern. Herzog
Ludolf von Schwaben, ein Sohn Kaiser Ottos des Großen, gründete um
950 ein Gestüt. Dadurch begann die eigentliche Entstehungsgeschichte der
Stadt. In den so genannten Traditiones Hirsaugienses wird in der Zeit zwischen 1156 und 1164 ein Hugo von Stuockarten, anscheinend ein Verwandter der reich begüterten Grafen von Calw, genannt. Markgraf
Hermann V. von Baden und seine Frau Irmgard von der Pfalz aber
waren die eigentlichen Gründer der Stadt. Sie erweiterten den Ort 1219
zur Stadt und verliehen ihr zugleich das Stadtrecht. Durch die Gründung Ludwigsburgs verlor Stuttgart stark an Bedeutung. Als Herzog Friedrich im Jahr 1806 von Napoleon zum König ernannt wurde, setzte die Auflösung der bekannten Stadtgestalt ein. Die mittelalterlichen Tore, Mauern und Türme fielen zu Gunsten der nach Plänen von N. Thouret vorgenommenen Bebauung der unteren Königstraße. Die Stadt wuchs in die Tiefe des Talkessels. Nach den Planungen der zeitweiligen Städtebaumeisters Th. Fischer kehre man vom Schema der rechtwinkligen Bebauung ab und passte die neu erbauten Straßen dem Gelände an. Außerdem wurden die ältesten Teile der Altstadt saniert. Reste aus jener Zeit haben sich um den Hans-im-Glück-Brunnen erhalten. Der
Ursprung Stuttgarts aus einem Gestüt ist auch im Stadtwappen
ersichtlich. Obwohl die Stadt im zweiten Weltkrieg erheblich zerstört wurde, ist deren Geschichte in den Straßen und an den Gebäuden ablesbar. Von architektonischer Bedeutung ist sicherlich der Schillerplatz mit dem Alten Schloss im Stadtzentrum und das Neue Schloss als Residenz der Herzöge und späteren Könige von Württemberg. Nicht vergessen werden darf die geschichtsträchtige Stiftskirche. Die knapp
560.000 Einwohner erfreuen sich nicht nur am lieblichen, 367 km
langen Neckar, einem Nebenfluss des Rheins, und dem Fernsehturm,
sondern auch am Wein. Der Weinbau hat in Stuttgart eine Jahrhunderte lange
Tradition. Noch heute sind über 400 ha Rebland angelegt. Dadurch ist
Stuttgart das fünftgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Der Fernsehturm, das Wahrzeichen Stuttgarts und auch das Ur-Modell aller Fernsehtürme auf der ganzen Welt, wurde 1956 von Prof. Dr. Ing. Fritz Leonhardt auf dem Bopser erbaut und ist mit Sendemast 217 m hoch. Von der Plattform aus kann man problemlos ins Neckarland, hinüber zur Alb, zum Schwarzwald und Odenwald, oder, an vielen Tagen, auch bis zu den deutschen-, österreichischen- und Schweizer Alpen blicken. Die leistungsfähige Gastronomie im Turmkorb sorgt bestens dafür, dass manche Leute Magen wieder in Ordnung kommt. Grün-, Wald- und Rebflächen gibt es in Stuttgart zu genüge. Stellvertretend muss hier der Schlossgarten, die Silberburgallee, die Villa-Berg-Allee, der Killesberg und der Rosensteinpark erwähnt werden. Die schnittigen Silberpfeile von Mercedes-Benz erlangten (nicht nur) auf der von 1938 bis 1965 betriebenen Rennstrecke Solitude Weltruhm. |