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Stuttgart

Stuttgart

Stuttgart, Hauptstadt des Landes Baden-Württemberg und eine der landschaftlich schönst gelegenen Großstädte Deutschlands, wurde auf dem Grund eines großen Talkessels erbaut. Die ringsum liegenden Wälder und Weinberge reichen auch heute noch bis in die Innenstadt hinein. Der Spitzname Stäffelesrutscher, den man den Stuttgarter Bewohnern verliehen hat, beruht auf den unzähligen Stäffele (Treppenaufgänge) an den Berghängen, die Stuttgart eine äußerst charakteristische Note verleihen.

Doch lassen Sie mich nun der Reihe nach zuerst die Entstehungsgeschichte und danach alles weitere Wissenswerte über Stuttgart erläutern.
Seit der späteren Keltenzeit zog sich ein Fernweg durch den Talkessel, der von Feuerbach bis zum Kriegsberg noch heute sehr gut nachvollzogen werden kann. Dieser überquerte beim Alten Schloss den Nesenbach und zog dann über den Wilhelmsplatz weiter auf den Bopser und auf die Filderhochfläche. Tunzhofen und Immenhofen hießen dann zur Römerzeit zwei Siedlungen im Talgrund. Platz- und Straßennamen erinnern noch heute daran.
Gegenüber dem Alten Schloss entstand dann um das Jahr 750 die Siedlungen Frankenbach.

Herzog Ludolf von Schwaben, ein Sohn Kaiser Ottos des Großen, gründete um 950 ein Gestüt. Dadurch begann die eigentliche Entstehungsgeschichte der Stadt.
Stuthaus hatte ein in unserer Zeit abgerissenes Steinhaus geheißen. Das Gestüt, abgetrennt von einem Wildgehege, gehörte ursprünglich zu einem alemannischen Herzogssitz in Cannstatt. Es wurde zwischen 1030 und 1038 durch Hermann IV. von Schwaben mit dem alten Frankenbach vereint.

In den so genannten Traditiones Hirsaugienses wird in der Zeit zwischen 1156 und 1164 ein Hugo von Stuockarten, anscheinend ein Verwandter der reich begüterten Grafen von Calw, genannt.

Markgraf Hermann V. von Baden und seine Frau Irmgard von der Pfalz aber waren die eigentlichen Gründer der Stadt. Sie erweiterten den Ort 1219 zur Stadt und verliehen ihr zugleich das Stadtrecht.
Der direkte Bereich um das Alte Schloss gehört zum ältesten Teil Stuttgarts. Graf Ulrich I. von Württemberg, Ehemann einer Tochter des Markgrafen von Baden, kam noch vor 1259 in den Besitz der Stadt, die dann 1286/87 von König Rudolf von Habsburg erfolglos belagert wurde. Dennoch kam es aber zu einem Vergleich und zur Schleifung der Befestigungen.
Unter Graf Eberhard dem Milden erfolgte gleich nach 1393 die erste große Stadterweiterung um die St. Leonhards-Kirche, seit 1475 Esslinger Vorstadt genannt. 1453 und 1460 wurde Stuttgart durch Graf Ulrich den Vielgeliebten zum zweiten Mal umfangreich vergrößert. Von ihm wurde die Turnierackervorstadt, auch Obere- oder Reiche Vorstadt genannt, in quadratrasterartiger Grundrissform geschaffen, die heute noch durch den etwa durch Fürsten-, Schloss-und Fritz-Elsas-Straße umgrenzten Bereich prägt. Die spätere Hospitalkirche wurde Pfarrkirche dieser Vorstadt.

Durch die Gründung Ludwigsburgs verlor Stuttgart stark an Bedeutung. Als Herzog Friedrich im Jahr 1806 von Napoleon zum König ernannt wurde, setzte die Auflösung der bekannten Stadtgestalt ein. Die mittelalterlichen Tore, Mauern und Türme fielen zu Gunsten der nach Plänen von N. Thouret vorgenommenen Bebauung der unteren Königstraße. Die Stadt wuchs in die Tiefe des Talkessels. Nach den Planungen der zeitweiligen Städtebaumeisters Th. Fischer kehre man vom Schema der rechtwinkligen Bebauung ab und passte die neu erbauten Straßen dem Gelände an. Außerdem wurden die ältesten Teile der Altstadt saniert. Reste aus jener Zeit haben sich um den Hans-im-Glück-Brunnen erhalten.

Der Ursprung Stuttgarts aus einem Gestüt ist auch im Stadtwappen ersichtlich.
Ursprünglich beinhaltete es zwei gleich große, nach rechts schreitende Pferde. Die wurde jedoch 1433 dahingehend geändert, dass im Wappenschild nur noch ein nach rechts galoppierendes Pferd integriert war. Dies diente dann der Stadt als Stadtwappen bis ins 19. Jahrhundert. Seit dem 11. April 1938 besteht das Stadtwappen aus einem steigenden Pferd in goldenem Feld.

Obwohl die Stadt im zweiten Weltkrieg erheblich zerstört wurde, ist deren Geschichte in den Straßen und an den Gebäuden ablesbar. Von architektonischer Bedeutung ist sicherlich der Schillerplatz mit dem Alten Schloss im Stadtzentrum und das Neue Schloss als Residenz der Herzöge und späteren Könige von Württemberg. Nicht vergessen werden darf die geschichtsträchtige Stiftskirche.

Die knapp 560.000 Einwohner erfreuen sich nicht nur am lieblichen, 367 km langen Neckar, einem Nebenfluss des Rheins, und dem Fernsehturm, sondern auch am Wein. Der Weinbau hat in Stuttgart eine Jahrhunderte lange Tradition. Noch heute sind über 400 ha Rebland angelegt. Dadurch ist Stuttgart das fünftgrößte Weinbaugebiet Deutschlands.
Hervorragende Weine wie das Cannstatter Zuckerle, der Untertürkheimer Mönchberg oder der Uhlbacher Götzenberg wachsen in den bis in die Stadt hinein reichenden-, und mit den bereits erwähnten steilen Stäffele durchzogenen Rebflächen.

Der Fernsehturm, das Wahrzeichen Stuttgarts und auch das Ur-Modell aller Fernsehtürme auf der ganzen Welt, wurde 1956 von Prof. Dr. Ing. Fritz Leonhardt auf dem Bopser erbaut und ist mit Sendemast 217 m hoch. Von der Plattform aus kann man problemlos ins Neckarland, hinüber zur Alb, zum Schwarzwald und Odenwald, oder, an vielen Tagen, auch bis zu den deutschen-, österreichischen- und Schweizer Alpen blicken. Die leistungsfähige Gastronomie im Turmkorb sorgt bestens dafür, dass manche Leute Magen wieder in Ordnung kommt.

Grün-, Wald- und Rebflächen gibt es in Stuttgart zu genüge. Stellvertretend muss hier der Schlossgarten, die Silberburgallee, die Villa-Berg-Allee, der Killesberg und der Rosensteinpark erwähnt werden.

Die schnittigen Silberpfeile von Mercedes-Benz erlangten (nicht nur) auf der von 1938 bis 1965 betriebenen Rennstrecke Solitude Weltruhm.

aktuelles Stadtwappen von Stuttgart   ältestes Wappen von Stuttgart   Wappen von Stuttgart ab 1433   Stuttgart

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