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Wappenkunde Württembergs

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Siegel und Urkunden sind, wie bei anderen Geschlechtern auch, die sicherste Erkenntnis über die Ausbildung des Wappens vom Haus Württemberg.

Das erste Siegel wurde auf einer am 15.September 1228 von Conradus von Gottes Gnaden von Gruningen ausgestellten Urkunde gefunden. Das Siegel trägt als Umschrift die Worte "Siegel des Grafen Conradus in Wirtenberc" (Konrad von Württemberg). In diesem Siegel ist sofort das Wappen zu erkennen, das fortan das Hauptwappen des Hauses Württemberg bildet: drei übereinanderliegende schwarze Hirschstangen in goldenem Feld. Die Anzahl der Enden bei den Geweihstangen wurde erst Mitte des 15. Jahrhunderts auf 5,5 und 4 fixiert. In der Zeit davor schwankte die Anordnung von 4,4,4 (1228), 5,5,4 (1246) und 5,5,5 (1257).

Seltsamer Weise wirft das Wappen Württembergs Fragen auf. Dies deshalb, weil auf einer 1238 ausgestellten Urkunde, die ebenfalls nach dem Wortlaut von "den Herren von Wirtemberg" besiegelt sein soll, eine Siegelbezeichnung mit der Umschrift "Siegel des Grafen Uodalvicus in Wirtenberc" mit einem ganz anderen Wappen, nämlich drei fächerartig auf drei Bergspitzen stehende Türme, je mit Kuppel und Knopf endend, und im zweiten und dritten ihrer drei Stockwerke mit zwei gerundeten Fenstern, versehen ist.
Da dieses Wappen jedoch nur gezeichnet ist, und, außer auf dem zweifelsfrei echten Dokument, nicht ein weiteres Mal gefunden wurde, kann man anscheinend von diesem Wappen Abstand nehmen.
Trotzdem stellt sich natürlich die Frage, woher das Wappen mit den drei Hirschstangen stammt. Ist es von alters her angestammt, oder wurde es von anderswoher übernommen?
Richtig soll folgende Erkenntnis sein:
Die Heirat von Graf Hartmann mit der Beringer Erbtochter brachte nicht nur ein schönes Erbe, sondern auch das Beringer Wappen ins Haus Württemberg. Die beiden Beringer Zweige, Wolfrat von Beringen (1216-1267) und Mangold von Nellenburg (
Siegel), führen die drei Hirschstangen im Siegel. Nach einem Bericht von 1240 sollen selbst die Farben dieselben wie die von Württemberg gewesen sein.
Die
Züricher Wappenrolle um 1330 zeichnet die Hirschstangen der Beringer in rot, die der Nellenburger in blau (im goldenen Schild).

Die Verfolgung des Wappens der Linie Grüningen-Landau, bei deren Gründer das erste Siegel gefunden wurde, ergibt, dass Hartmann I., der Sohn Konrads, neben dem väterlichen gleichen Siegel, ab 1257 als Fahnenträger des heiligen Reiches ein Siegel führt, das die drei Hirschstangen auf der Reichssturmfahne enthält.
Auf seinem Grabstein
(Grabplatte Graf Hartmann) in Markgröningen traf man zum ersten Mal eine Helmzier, bestehend aus in einem Korb stehenden Pfauenfedern, an.
Dass es sich bei dem Behälter um einen Korb und nicht um einen Beutel handelt wird dadurch abgeleitet, dass der Grabstein von Lutz von Landau
(Grabstein) im Kloster Heiligkreuztal deutlich einen Korb aufweist und der Korb ebenfalls im Wappenbuch von Donaueschingen von 1433 bestätigt wird.
Seit 1433 führen die Landauer als Helmkleinod zum Teil auch einen zwischen einem Hirschgeweih sitzenden Rüden (
Wappen) und kamen somit auf das Hirschgeweih von Beringen, das auch Graf Mangold von 1256-1294 führte, zurück.
Warum die Züricher Wappenrolle das Wappen der Nellenburger mit einem mit Pfauenfedern bedeckten roten Kardinalshut führt, bleibt unklar.

Ulrich III. war der erste Württemberger, der 1327 in seinem Reitersiegel ein Jagdhorn als Helmkleinod führte. Dieses rote Hüft- oder Jagdhorn mit goldenem Band, goldenem Beschlag und goldener Schallöffnung, wurde fortan ausschließlich als Beigabe zum württembergischen Schild beibehalten.

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