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Wappenkunde Württembergs

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Dadurch wird angenommen. dass sich die Württemberger Grafen den entsprechenden Teil des alten Wappens der Grafen von Urach (Wappen der Stadt Bad Urach), deren Nachfolger sie um 1254 geworden waren, ihrem Wappen einverleibt haben.
Die Reitersiegel der zwei Brüder Eberhard des Greiners und Ulrichs IV. (
Siegel) zeigen dann wieder die bei Ulrich III. fehlende Helmdecke auf.

Einen Stechhelm anstelle des sonst verwendeten Topf- oder Kübelhelmes im Wappen ist erstmals im ältesten Grafenwappen ersichtlich. Dies ist das Wappen an der Mühle in Vaihingen a.d. Enz von 1392. Die ins 15. Jahrhundert reichenden Wappen am Fellbacher Tor in Waiblingen und an einem Turm in Horrheim helfen gleichfalls dabei, das württembergische Wappen auf dem Beutelsbacher Denkstein sicher zu bestimmen.
Auf den beiden zuletzt erwähnten Wappen sind die Straußenfedern als Schmückung des Mundloches an dem Jagdhorn des Helmkleinodes erkennbar. Graf Eberhard der Jüngere (gestorben 1419) verwendet diese Straußenfedern als erster in seinem
Siegel. Außerdem verwendete er einen wilden Mann und eine wilde Frau als Schildhalter und erstmalig auch einen Turnierhelm. Man nimmt an, dass die drei Federn (blau, weiß und rot) wieder dem Uracher Grafenwappen entnommen wurden.

Die nächste Neuerung im württembergischen Wappen erfolgte 1447 durch Graf Ulrich in Urach. Er nahm erstmals das Wappen von Mömpelgard, zwei voneinander abgekehrte "goldene Barben im roten Feld" (Wappen der Gräfin Henriette von Mömpelgard), in der Art in sein Siegel auf, dass der Schild von beiden Wappen quadriert wurde, das Helmkleinod jedoch unverändert blieb. Der Anlass hierfür war sicherlich der Umstand, dass ihm 1446 Mömpelgard zugewiesen wurde.
Die zugleiche Einführung eines schildlosen Helms hatte vermutlich die Absicht, ein deutlich sichtbares Unterscheidungsmerkmal zur Uracher Linie zu schaffen. Diese hatten sich nämlich zuvor nur durch die Umschrift unterschieden.
1473 wurde dann im Uracher Vertrag festgeschrieben, dass alle Linien den Titel Graf von Württemberg und Mömpelgard und ein und dasselbe (aus diesen beiden quadrierte) Wappen zu führen haben.
Der Münsinger Vertrag brachte eine weitere Neuerung im Siegel, in dem jetzt zwischen die zwei getrennten Schilde der bei Eberhard dem Älteren beliebte Psalmbaum mit seinem Wahlspruch "attempto" (ich wag´s) auf einem Schriftband gestellt wurde und die Namen beider Grafen in die Legende kamen. Weitere Änderungen ergaben sich nochmals bei der Wiedervereinigung des Landes, in dem z.B. auf dem besonders schönen Wappen von 1491 am Beinsteiner Torturm in Waiblingen zwei Palmenbäume mit dem Wahlspruch den quadrierten Schild einfassen, in dem Siegel von 1493 nur das "Attempto" allein diesem beigegeben ist.
Dafür aber, dass je einmal über dem quadrierten Schild neben dem Helm mit dem Jagdhorn noch ein Helm mit dem zum mömpelgardischen Wappen gehörigen Kleinod eines Fischweibleins mit rotem Kleid und goldenem Gürtel im Gebrauch gewesen wäre, wie im Grüneberg´schen Wappenbuch von 1493 das Wappen Württembergs wiedergegeben wird, scheint kein Beweis erbracht.

Graf Eberhard stellte gelegentlich den Schild seiner Frau Barbara von Mantua neben seinen, wie z.B. in den Kirchen von Tübingen und Urach ersichtlich ist.
Dies tat er aller Wahrscheinlichkeit nach nur dann, wenn seine Frau als Mitstifterin auftrat.
Als Graf Eberhard 1495 zum Herzog und das Land Württemberg zum Herzogtum erhoben wurde, wurde dies natürlich auch im
Wappen zum Ausdruck gebracht. Da ja die Grafen von Württemberg längst auch Nachfolger und Erben von Herzogen, nämlich der Herzoge von Teck, waren, stellte man deshalb jetzt im vierfeldrigen Schild neben das erste Feld mit den württembergischen Hirschstangen als zweites das mit dem von schwarz und gold geweckten Wappen der alten Herzöge von Teck, fügte im dritten Feld die Reichssturmfahne von Markgröningen ein und verweis die Mömpelgarder Fische ins vierte Feld. Von den vier nun eigentlich dazugehörigen Helmen wurden zunächst nur zwei mit in das Wappen aufgenommen. Dies war der württembergische Helm mit seinem Jagdhorn, der dahingehend geändert wurde, dass er nun mit einer Krone über ihm gebildet wird, und der ungekrönte teckische Helm mit seinem Kleinod, ein Brackenkopf mit rot ausgeschlagener Zunge, mit dem schwarzen und goldenen Wecken überzogen. Die Umschrift auf dem Siegel lautet nun: Siegel Eberhards von Gottes Gnaden Herzog zu Württemberg und Teck und Grafen zu Mömpelgard.
Ein besonders schönes Exemplar seines Herzogswappens ist auf seiner aus Kupfer gegossenen Grabplatte in der Tübinger Stiftskirche zu sehen.
Dieses Wappen blieb nun bis 1707, also volle 212 Jahre, unverändert. Lediglich 1593 ließ Herzog Friedrich I. im
Wappen zum Ausdruck bringen, dass nun die Mömpelgarder Linie des Hauses regierte. So wurde zwischen die zwei bisherigen Helme von Württemberg und Teck, in die Mitte an einem Ehrenplatz, ein gekrönter Helm mit dem Mömpelgarder Fischweiblein gesetzt.

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