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Wappenkunde Württembergs

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In der Zeit als Kaiser Karl V. (Sekretsiegel) und Erzherzog Ferdinand das Land regierten, nahm das Wappen Württembergs natürlich eine besondere Gestalt an. Wie z.B. im Kloster Lorch ersichtlich (Wappen), bestand es damals aus einem Mittelschild, in welchem ein einköpfiger Adler auf der Brust einen gespaltenen Schild mit dem Wappen von Österreich (dem Querbalken) und Burgund (3 rechte Schrägbalken) trägt, und aus einem quadrierten Hauptschild, dessen vier je wieder gespaltene Felder in 1 und 4 das Wappen von Österreich und Teck zeigen. Darüber thront ein Helm mit den österreichischen Pfauenfedern und dem teckischen Brackenkopf.

In der ganzen Herzogszeit mussten die einzelnen Träger des Herzogswappens, wollten sie ihre eigene Person näher bezeichnen, zu besonderen Mitteln greifen. Dazu diente entweder die Beigabe des Herzogin-Wappens, oder die Initialen des Namens und Titels, wie z.B. E H Z W = Eberhard Herzog zu Württemberg. Diese konnten sogar das Wappen selbst ersetzen, wie an den ineinander geschlungenen 2 C des Herzogs Karl im Uracher Schloss zu sehen ist. Weiterhin wurde, wie bereits von Graf Eberhard im Bart gehandhabt, ein Wahlspruch beigegeben. Herzog Ulrich folgte ihm mit seiner Losung: V(erbum) D(ei) M(anet) I(n) E(eternum) "Gottes Wort bleibet in Ewigkeit", ebenso Herzog Ludwig mit seinem N G W (G) "Nach Gottes Willen (Gehts)".

Unter Herzog Eberhard Ludwig erfolgte 1707 eine einschneidende Änderung des Herzogwappens (Herzogwappen zur Zeit Eberhard Ludwigs). Die damaligen Streitigkeiten mit dem Kurfürstentum Hannover waren der erste Anlass dafür.
Zuerst hatte man die Absicht, die Reichssturmfahne mehr hervorzuheben. Letztlich entschied man sich aber für die Aufnahme des Wappens der Grafschaft von Heidenheim, deren Titel bereits Herzog Friedrich angenommen hatte, in den Schild und für eine weitere Vermehrung der Helmzier. Der Schild wurde nun so gestaltet, dass da württembergische Stammwappen als Mittelschild eingesetzt wurde, der 4-feldrige Hauptschild aber die Wappen von Markgröningen, Teck, Mömpelgard und Heidenheim (dieses besteht in einem goldenen Feld mit dem Brustbild eines bärtigen Mannes, des "Heiden", mit roter, blauverbrämter Mütze, silbernem Halsband und roter, blau ausgeschlagener Kleidung).
Als Helmzier wurden jetzt alle zu den fünf Schildteilen gehörigen Helme und ihre dazugehörenden Kleinodien verwendet. Die heraldische Anordnung erfolgte von rechts nach links: der Adler (gehörte zur Reichssturmfahne), das Jagdhorn Württembergs, das Mömpelgarder Fischweiblein, der Brackenkopf von Teck und der Heidenheimer Heidenkopf. Die beiden zuletzt genannten Helme waren ungekrönt.

Diese sicherlich unbequeme Gestaltungsweise des Wappens hat dazu beigetragen, dass schon unter Herzog Karl Alexander die gesamte Helmzier meistens wegfiel und durch einen Herzogshut oder durch eine Krone mit einem inwendig mit Hermelin ausgeschlagenen Wappenmantel ersetzt wurde.

Herzog Karl Eugen verordnete 1785, dass mehrere, neuere Erwerbungen auch im Wappen zum Ausdruck gebracht werden müssen (Herzogwappen zur Zeit Karl Eugens). Der Mittelschild mit dem Stammwappen blieb. Der Hauptschild jedoch wurde jetzt gespalten und zweimal quer geteilt. Die vier oberen kleinen Felder wurden mit den Wappen von Teck, Markgröningen, Mömpelgard und der Herrschaft von Justingen (ein silberner, mit gestutzten Dornen versehener Schrägbalken in blauem Feld) gefüllt. Das rechte der zwei unteren größeren Felder wurde durch das selbst quadrierte Wappen der Grafschaft Limpurg (drei rote ins silberne aufsteigende Spitzen des Herzogtums Franken und die Limpurgischen 5 silbernen Heerkolben im blauen Feld) ausgefüllt, das Linke nochmals quer geteilt, so dass oben das Wappen von Heidenheim und unten das Wappen der Grafschaft von Bönnigheim (silberner Halbmond im roten Feld) Platz fand.

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