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Wappenkunde Württembergs

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Nachdem Württemberg zum Kurfürstentum erhoben wurde, war natürlich auch die Gestaltung eines neuen, bedeutend vermehrten (Wappen vom Kurfürstentum) erforderlich.
Da das Reichserzpanneramt nun auch das Erzamt des neuen Kurfürstentums war, sollte dieses auch im neuen Wappen in die erste Linie treten. Der Mittelschild wurde deshalb gespaltet gebildet und darin rechts die Reichssturmfahne von Markgröningen, links das württembergische Stammwappen gesetzt. Über dem gespaltenen Schild wurde die Kurfürstenkrone angebracht. Im Hauptschild mussten die neuen Erwerbungen zum Ausdruck gebracht werden. Deshalb wurde er zunächst zweimal quergeteilt, oben und unten gespalten und erhielt nun in den vier oberen Feldern die Wappen von Teck, der gefürsteten Probstei Ellwangen (eine goldene Prälatenmütze in silbernem Feld), von Mömpelgard und von Justingen.
Der untere Teil wurde 4-fach gespalten. Die Felder wurden dann mit dem quadrierten Limpurger Wappen, dem Heidenheimer Wappen, dem Bönnigheimer Wappen und dem Wappen der Reichsabtei Hall (geteilt, oben ein goldenes Kreuz in rotem Feld, unten eine aufgehobene Hand) gefüllt. Zusätzlich erhielten die durch die außerdem erfolgte Teilung entstandenen Felder den auf die anderen Reichsstädte weisenden einköpfigen schwarzen Adler in goldenem Feld, darunter ein vorerst leeres Feld, ein so genanntes Warteschild. Schildhalter wurden keine gewählt. Die Kurfürstenkrone thronte über dem Wappenmantel.

Bereits 3 Jahre später, im Jahr 1806 also, wurde das kurfürstliche- durch das königliche Wappen (königliches Wappen von 1806-1817)ersetzt.
Geändert wurde aber nur das Mittelschild und die 3 oberen Teile des Hauptschildes. Die 5-teilige untere Reihe blieb unverändert.
In dem jetzt von der Königskrone bedeckten, gespaltenen Mittelschild war rechts am alten Ehrenplatz wieder das Stammwappen Württembergs eingestellt, und im linken Schild, schön parallel verlaufend, das Wappen der alten Herzöge von Schwaben (Staufer), als deren volle Erben die Könige von Württemberg nun gelten dürfen, 3 schwarze übereinander angeordnete Löwen in goldenem Feld.
Zum Hauptschild aber, der dreimal quergeteilt und einmal in den oberen Reihen gespalten wurde, kam jetzt in die erste Reihe neben dem Wappen von Teck die Kirchenfahne der einstigen Pfalzgrafen von Tübingen (rot in gold), in die 2. Reihe das Wappen von Ellwangen und Mömpelgard, welch letzteres aber für Zwiefalten gelten sollte, in die dritte das Wappen von Markgröningen und Justingen.
Auch oben wurde die kurfürstliche- durch die königliche Krone ersetzt. Ein schwarzer Löwe und ein goldener Hirsch wurden Schildhalter. Beide, in aufgerichteter Stellung, hielten die Reichssturmfahne in sinnigem Anschluss an die Bilder der zwei Hauptfelder im Mittelschild und zugleich an den Königswahlspruch "Furchtlos und treu". Dem Wappenschild wurden die Dekorationen des königlichen Ordens umgehängt.
Dieses königliche Wappen war von 1806 bis 1817 gültig.

Laut Erlass von König Wilhelm vom 30. Dezember 1817 hat jedoch das königliche Staatswappen (königliches Wappen ab 1817)zukünftig folgendermaßen auszusehen:
"A. Das größere Wappen bestehend aus einem ovalrunden, mit einem goldenen Eichenkranz umwundenen, pfahlweise geteilten Schild, worauf ein vorwärts gestellter goldener Helm ruht, welcher von der mit einem blau und goldenen Reichsapfel geschmückten königlichen Krone bedeckt ist. Die 2 Felder des Schildes sind: vornen oder rechts wegen Württemberg 3 übereinandergelegte, mit der Spitze gegen die linke Seite gekehrte schwarze Hirschhörner, wovon die 2 oberen 4, das untere aber 3 Zinken hat, auf goldenem Feld; hinten oder links wegen Schwaben drei übereinandergehende schwarze Löwen mit ausgeschlagener roter Zunge und vorgeworfener rechter Vorderpranke, gleichfalls auf goldenem Feld. Die Schildhalter, welche sind: rechts ein schwarzer Löwe mit einer goldenen Krone, links ein aufgerichteter goldener Hirsch- stehen auf einem von purpurnen, hinten schwarzen Band mit dem in altgothischer goldener Schrift von der Rechten zur Linken fortlaufenden Wahlspruch: "Furchtlos und trew".
B. Das kleinere (gewöhnlich gebrauchte) Wappen ist von dem größeren dadurch unterschieden, dass die Krone, statt in dem größeren auf dem Helm, unmittelbar auf dem Schilde ruht, dass die Schildhalter nebst dem Band, worauf sie stehen, wegbleiben und der dem größeren Wappen ganz gleiche Schild mit einem Lorbeer- und Palmzweige umkränzt ist".

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