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Wappenkunde Württembergs

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Näher betrachtet fällt auf, dass diesem Königswappen auf verständliche Weise und in einfacher Form die Geschichte des Hauses Württemberg zu entnehmen ist. Vom einfachen schwäbischen Grafenhaus (mit den drei Hirschstangen) zum königlich gekrönten Haupt, unter dessen staufischen Herzogen (mit dem Wappen der drei Löwen) einst die Ahnen gedient hatten.

Die Landesfarben, d.h. die Farben, welche bei Fahnen o. ä. angebracht waren, um ein Land zu kennzeichnen, waren bis zur Zeit König Wilhelms schwarz und gelb (siehe Wappenschild Württemberg).
Seit der Zeit König Wilhelms waren diese aber, unbekannt warum, schwarz und rot. Eine Vermutung ist, dass die Farbe rot mit den Farben des Spruchbandes "Furchtlos und trew" zusammenhängt, oder auf den Umstand zurückzuführen ist, dass Wilhelm beim Königsorden seit 1818 ein rotes Band mit schwarzer Prägung anordnete.
Der unter König Friedrich gegründete Militärorden, aus dem jeder Orden entsprang, hatte in gelbes Band mit schwarzer Einfassung.

Nachdem König Wilhelm II., Württembergs letzter König, am 30.November 1918 abdankte und somit der Demokratie in Württemberg Tür und Tor öffnete, wurde dann im Jahr 1952 zwischen den Ländern Württemberg, Baden und Hohenzollern das neue Bundesland Baden-Württemberg gegründet.
Im Mai 1954 wurde dem neu geschaffenen Bundesland per Landtagsbeschluss ein neues Landeswappen bestimmt, das einerseits die Einheit des neuen Landes demonstrieren- und andererseits die Traditionen der ehemals eigenständigen Länder oder Landesteile in Erinnerung behalten sollte.
Die Landesfarben schwarz und gold wurden durch die Verfassung des Landes Baden-Württemberg bestimmt.

Das große Landeswappen zeigt im Schild auf goldenem Grund die drei schreitenden, übereinander angeordneten schwarzen staufischen Löwen mit roten Zungen. Der badische Greif und der württembergische Hirsch dienen als symbolischer Schildhalter. Die Wappenkrone des Schildes wird durch sechs historische Plaketten der ehemals wichtigsten südwestdeutschen Länder gebildet: links außen der fränkische Rechen für das Herzogtum Ostfranken, rechts daneben der schwarz-silberne Zollernschild von Hohenzollern, daneben die erhöhten Wappen der Landesteile Baden (roter Schrägbalken in goldenem Grund) und Württemberg (drei schwarze Hirschstangen in goldenem Grund). Rechts neben Württemberg der goldene, kurpfälzische Löwe und außen rechts der rot-silbern-rote Schild der vorderösterreichischen Landesteile.

Im Schild des kleinen Landeswappens erscheinen ebenfalls die drei schwarzen staufischen Löwen auf goldenem Grund. Schildhalter, Wappenkrone und Fußleiste fehlen.
Das Schild wird mit einer so genannten "Volkskrone" überwölbt, die nach 1918 in deutschen Ländern als Symbol für Souveränität eingeführt wurde.

Besonderer Hinweis: Laut Verordnung der Landesregierung vom 2. August 1954 über die Führung des Landeswappens ist es nur bestimmten Behörden und Institutionen erlaubt, das Landeswappen (gleichgültig ob groß oder klein) zu führen.
Das große Landeswappen dürfen führen: die Regierung, der Ministerpräsident, die Ministerien, die Vertretungen des Landes Baden-Württemberg beim Bund und auf europäischer Ebene, Der Staatsgerichtshof und die obersten Landesgerichte, der Rechnungshof und die Regierungspräsidien.
Das kleine Landeswappen dürfen die Notare und die übrigen Landesbehörden führen.

Ein so genanntes Baden-Württemberg-Signet kann von jedermann unverändert verwendet werden, um somit seine Verbundenheit zum Land Baden-Württemberg zum Ausdruck bringen zu können.

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