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Bevor Sie sich die
wunderschönen Fotos anschauen (Bilderseite 1 und 2), möchte ich mit
Ihnen eine ausgedehnte und informative Reise durch meine Heimat Württemberg
machen, damit Sie den Grund und Boden kennen lernen, auf dem die
inhaltlich geschilderten Denkmäler erbaut wurden und in dem die
erwähnten Personen ihre genialen Ideen verwirklichten.
Das ehemalige Königreich
Württemberg zählte annähernd zwei Millionen Einwohner.
Eingebettet zwischen Baden und Bayern findet man in Württemberg das
Schweizer, Schwäbische und Fränkische Juragebirge, das sich von Genf
bis nach Hof im Fichtelgebirge quer durch ganz Süddeutschland in
nördlicher Richtung erstreckt.
Südlich von der schwäbischen Alb liegt, durch die Donau getrennt, der
Anteil Württembergs an der schwäbisch-bayerischen Hochebene, das
württembergische Oberschwaben. Hier ist auch der württembergische Teil
der Voralpen beheimatet, aus denen die Adelegg und der schwarze
Grat hervorragt.
An seiner Westgrenze
besitzt Württemberg einen ansehnlichen Teil des Schwarzwaldes. Eine
weitere wichtige Landschaftsgruppe ist das Neckarland, die Hügelländer
und Ebenen zwischen Schwarzwald und Alb, die fast gänzlich vom Neckar
und seinen Nebenflüssen durchflossen sind.
Im reizvollen und
barocken Oberschwaben beginnen wir unsere Reise.
Durch die große Anzahl an wunderschönen Schlössern und Klöstern ist
Oberschwaben der Barockwinkel Württembergs. Oberschwaben liegt westlich von der Iller und den Allgäuer Alpen
zwischen der schwäbischen Alb und dem Bodensee. Oberschwabens mittlere
Breite ist 50 km und die mittlere Länge 70 km, die mittlere Meereshöhe
liegt bei 600 Metern.
Die zahlreichen Hügelketten verleihen Oberschwaben den Charakter eines
Berglandes. Oberschwaben gehörte Anfangs zu Österreich und kam erst
mit dem Frieden von Preßburg im Jahr 1805 an Württemberg. Oberschwaben
war früher vom bis an die Alb reichenden Rheintalgletscher bedeckt, der
beim Abschmelzen seine Gesteinsmasse ablagerte.
Bewaldete Gesteinskuppen wechseln sich ab mit Mooren, Tümpeln und
größeren Seen und verleihen dadurch diesem Landstrich einen ganz
besonderen und eigentümlichen Reiz. Die schönsten Aussichtspunkte
Oberschwabens sind sicherlich der 765m ü.d.M. gelegene Bussen
im nördlichen Teil und die 771m ü.d.M. erbaute Waldburg
im südlichen Teil. Von der Waldburg aus hat man einen unglaublich
schönen und weitreichenden Blick über Oberschwaben bis hin zum
Bodensee, zur Zugspitze und ins Berner Oberland.
Oberschwaben hat den zweifelsohne größten Wasseranteil Württembergs.
Zu den wichtigsten Donauzuflüssen zählen die Ablach, die
Ostrach, die Schwarzach, die Kranzach,
die Riß, die Westernach, die Roth
und die Iller, dem sicherlich bedeutendsten Donauzufluss.
Dieser mündet, nachdem er lange die Grenze zwischen Württemberg und
Bayern gebildet hat, bei Ulm in die Donau.
Als wichtigste Bodenseezuflüsse sollten der Rhein, die Bregenzer
Ach, die Argen, der Fischbacher Mühlbach,
der Friedrichshafener Mühlbach, die Rothach
und die Schussen erwähnt werden.
Der Bodensee selbst und der Federsee bei Bad
Buchau muss natürlich unbedingt genannt werden.
Den Namen Schwäbisches Meer hatte der Bodensee einst deshalb, weil er
vom alten Herzogtum Schwaben, zu dem auch die nördliche Schweiz
gehörte, ringsum umgeben war.
Der Bodensee erstreckt sich von Südost bis Nordost und
besteht aus zwei Becken, dem großen und tiefen Obersee von Bregenz bis
Konstanz und dem kleineren und seichteren Untersee zwischen Konstanz und
Stein a. Rhein. Die Insel Lindau ist im Osten und die Insel Mainau im
Westen zu finden. Die Länge des Bodensees von Bregenz bis Stein a.
Rhein beträgt 69 km. Er weist zwischen Kressbronn und Rohrschach eine
maximale Breite von 15 km auf, seine durchschnittliche Wassertiefe ist
80 m, an seiner tiefsten Stelle ist er 252 m tief, die mittlere
Seespiegelhöhe liegt bei 396 m ü.d.M., seine Fläche beträgt 570 qkm.
Somit ist der Bodensee, an dem Baden, Württemberg, Bayern, Österreich
und die Schweiz Anteil haben, der größte See Deutschlands. Von seiner
gesamten Uferlänge von 273 km entfallen auf Deutschland 173 km, auf
Österreich 28 km und 72 km auf die Schweiz.
Mit dem Schwäbischen Bund versuchte Kaiser Maximilian, die Eidgenossen
aus der Region zu vertreiben. Durch das Scheitern auf militärische
Weise wurden die heute noch gültigen Grenzen gezogen. Der europäische
Eroberungszug Napoleons beeinflusste die Besitzansprüche am Bodensee.
Durch seine politische Flurbereinigung wurden Klöster und Reichsstädte
aufgelöst. Dadurch wurde z.B. Friedrichshafen württembergisch, Lindau
bayerisch und das Nordufer badisch.
Die Siedlungsgeschichte am See ist bis in die Steinzeit vor ca. 15.000
Jahren nachvollziehbar. Den damaligen Bewohnern bot der See optimale
Voraussetzungen. Ausreichend Wasser, fruchtbare Niederungen und
reichlich Nahrung durch vorhandenes Wild und Wasservögel aller Art war
vorhanden. Die Pfahlbaudörfer wurden damals schon angelegt. In der
Bronzezeit, ca. 1.200 v. Chr., erreichte die Kultur ihren Höhepunkt.
Die rekonstruierten Pfahlbauten von Unteruhldingen belegen eindrucksvoll
die damalige Lebensweise der Menschen am See.
Da der See als riesiger Wärmespeicher wirkt, ist das Klima mild. Im
Sommer ist es angenehm warm, aber nicht zu heiß. Durch eine stetige,
leichte Brise steigt das Thermometer selten über 30 Grad. Lohnenswert
ist auch der Herbst, denn hier ist dann durch den Herbstföhn die ganze
Pracht der umliegenden Berge ersichtlich. Im Winter ist das Klima mild.
Im Durchschnitt werden weniger als 100 Frosttage gezählt.
Die wunderbare Landschaft, die vielen Burgen und Schlösser, die
prächtig angelegten Obstwiesen und Weingärten vermitteln ein Bild
einmaliger Schönheit.
Den schönsten Blick auf den Bodensee haben Sie sicherlich vom Schloss
Friedrichshafen aus.

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