Das
"Alte Schloss" finden Sie, lediglich einen Steinwurf vom
"Neuen Schloss" entfernt, direkt im Herzen Stuttgarts.
Als
Schutz für ein Gestüt ("Stutengarten") wurde die Wasserburg
im Jahr 941 von Herzog Luitolf von Schwaben, einem Sohn König Ottos I.,
erbaut. Die Burg ging, nach mehreren vorausgegangenen Besitzerwechseln,
im 13. Jahrhundert an die Grafen von Württemberg über. Nachdem deren
Stammburg auf dem Württemberg zerstört worden war, entschlossen sie
sich zur Übersiedlung in die Stadtburg nach Stuttgart. Somit wurde das
Alte Schloss und Stuttgart Residenz der Württemberger und Mittelpunkt
des Herzogtums.
Nachdem
unter Graf Eberhard im Bart und unter Herzog Ulrich die Bautätigkeiten
am Alten Schloss stagnierten, wurde die Burg unter Herzog Christoph ab
1533 zum Schloss umgebaut. Aus seinen Aktivitäten resultierte der Bau
des Rittersaals, die Reitrampe an der Hoffront, der Archivbau mit
Terrasse und der Arkadenhof, der 1562 fertig wurde und zu den spektakulärsten
und originellsten Beweisen deutscher Renaissancearchitektur gehört.
Den
einzigsten original erhaltenen Raum des alten Schlosses, die als
Auditorium konzipierte Schlosskirche, wurde 1562 geweiht und 1572 mit
einem wappengeschmückten Netzgewölbe versehen. Königin Olga, ihre
Nichte Wera, deren Gemahl Herzog Wilhelm Eugen, ihr Sohn Carl Eugen und
König Karl sind in der Gruft der alten Schlosskirche bestattet.
Der heutige Schillerplatz wurde als Schlossplatz Ende des 16.
Jahrhunderts angelegt. Der Nesenbach speiste bis ins 16. Jahrhundert den
7 bis 8 m tiefen Wassergraben, der das Schloss umgab. Nach Trockenlegung
des Grabens war das Schloss über vier Brücken zu erreichen, die jedoch
nach dem Aufschütten des Grabens überflüssig waren und wieder
abgerissen wurden.
Da das Alte Schloss den Ansprüchen Herzog Carl Eugens nicht mehr
entsprach und die Residenz teilweise nach Ludwigsburg verlegt worden
war, wurde das Neue Schloss erbaut. Trotz des Brandes 1931 und der
Bombardierung im Jahr 1944 blieb das Äußere des Alten Schlosses fast
unverändert. Nach dem Wiederaufbau zwischen den Jahren 1948 und 1970
wurde das württembergische Landesmuseum im Alten Schloss untergebracht.
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