Das
Schloss "Lichtenstein", das Märchenschloss Württembergs,
liegt kühn erbaut auf einem steilen Felsen bei Lichtenstein-Honau auf
der Schwäbischen Alb.
Wilhelm
Hauffs im Jahr 1826 erschienener Roman "Lichtenstein" war für
Graf Wilhelm von Urach Grundlage für die Erbauung einer Burg, die, er
war Sammler aus Leidenschaft, seinen gesammelten Schätzen einen würdigen
Aufbewahrungsort verleihen sollte. Durch einen Besuch dieses imposanten
Bauwerks können sie sich selbst davon überzeugen, dass Graf Wilhelm
die Umsetzung von Hauffs romantischer Phantasieburg in Vollendung
gelungen ist.
Carl
Alexander von Heideloff erstellte die Baupläne der Burg, die von 1839
bis 1842 erbaut wurde. Bauführer des Schlossbaus war Bauinspektor Rupp,
J.G. Strohbach, Stiefvater des Olgahöhlenentdeckers Johann Ziegler, führte
den Bau der von Graf Wilhelm selbst entworfenen festungsartigen Außenanlagen
durch. Der Nürnberger Maler Eberlein übernahm die Ausführungen der
dekorativen Wandmalereien und Verzierungen der Schloss-Innenräume.
Als Grundstock für den Lichtenstein diente eine mittelalterliche Burg,
die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts kühn auf einem steilen
Felsen von den Herren von Lichtenstein erbaut wurde. Die
Herren von Lichtenstein waren Lehensleute der Hohenberger und später
der württembergischen Grafen. Graf Eberhard I. zerstörte 1311 im
Reichskrieg die Burg, 1381 wurde sie durch die Reichsstadt Reutlingen
abermals zerstört. An Württemberg gelangte die Burg von 1389-1394. Die
bei hochgezogener Zugbrücke kaum zu erobernde Burg verlor ab 1567 ihren
Rang als Herzogssitz und wurde danach nur noch durch einen Forstknecht
bewohnt. König Friedrich von Württemberg ließ im Jahr 1802 einen Teil
der baufällig gewordenen Burg abbrechen und ein Haus der königlich württembergischen
Forstverwaltung bauen.
Dieses
Forsthaus nebst 25 Morgen Land wurde 1838 von Graf Wilhelm von Urach,
zwei Jahre vor seinem Tod zum Herzog ernannt, für 7.358 Gulden und 58
Kreuzer erworben, um exakt an dieser Stelle sein privates Museum, den
Lichtenstein, zu erbauen.
Graf Wilhelm, ein Vetter König Wilhelms I., war, wie bereits erwähnt,
leidenschaftlicher Sammler von Waffen, Rüstungen, Gläsern, Skulpturen,
Gemälden, Wappen und Uniformen. Seine Schätze sind in der Burg zu großen
Teilen zur Besichtigung ausgestellt. Graf Wilhelms zweite Leidenschaft
war die Wetterforschung. Zu diesem Zweck errichtete er auf der Spitze
des Turms ein privates Observatorium.
Während
einer Sonderführung durchs Schloss wird ihnen der Bezug zur Dynastie
der Württemberger auffallen. Kein anderes Bauwerk weist derart oft das
württembergische Familienwappen auf als Lichtenstein. Die Privatgemächer
des im Jahr 1869 59-jährig verstorbenen Grafen Wilhelm besitzen noch
heute weitestgehend das ursprüngliche Mobiliar sowie die originalen
Ausgestaltungen und Wanddekorationen und sind somit ein historisches
Schlüsselwerk.
Schloss
Lichtenstein ist württembergisches Nationaldenkmal. Nicht zuletzt
deswegen wurde es 1980 vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in das
Schwerpunktprogramm für Denkmalpflege aufgenommen. Seit 1998 ist das
Schloss im Denkmalbuch als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung
eingetragen. Der Lichtenstein befindet sich noch heute im Privatbesitz
der herzoglichen Familie von Urach.
Übrigens: geringe Mauerreste der ursprünglichen mittelalterlichen Burg
sind nur wenige Gehminuten vom Schloss entfernt in südöstlicher
Richtung zu besichtigen!
Ich
kann ihnen nur empfehlen, dem Schloss Lichtenstein einen Besuch
abzustatten. Ein ganz besonderes Ereignis und ein unvergessliches
Erlebnis ist eine ca. 2 Stunden dauernde, beeindruckende und informative
Sonderführung auf der Burg, wie ich sie selbst erleben durfte. Dabei
lernt man den Lichtenstein dann so kennen, wie er wirklich ist.
Hierzu anmelden können sie sich in der Schlossverwaltung Lichtenstein,
Tel.Nr. 07129-4102 oder auch per Fax unter der Nummer 07129-5259.
Hinweis: an den Sonderführungen können max. 8 Personen teilnehmen!
Sollte
ihr Lichtensteinbesuch an Samstagen oder Sonntagen erfolgen, dürfen sie
sich einen Besuch im 1982 errichteten Hauff-Museum in Honau keinesfalls
entgehen lassen (das Museum ist nur am Wochenende geöffnet).
Nähere Informationen über Wilhelm Hauff finden sie in der Rubrik
"Leute 1"..."Berühmtheiten"...Wilhelm Hauff.
Hinweis:
Durch das Anklicken der nachfolgenden kleinen Vorschaubilder erscheinen
die jeweiligen Fotos im Großformat in einem separaten Fenster
(Javascript muss aktiviert sein). Bitte dann ein klein wenig Zeit
aufbringen, denn der Qualität wegen wurden die Fotos nicht stark
komprimiert!












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