Haben
Sie schon mal 10 Tonnen Gold auf einem Haufen gesehen? Nein? Ja dann
besuchen Sie doch das Schloss Solitude in der Nähe von Stuttgart - die
Baukosten dieses Schlosses sollen den Gegenwert von exakt dieser Masse
an Gold betragen haben.
Der
1744 in Brüssel geborene, verschwenderisch lebende Herzog Carl Eugen
von Württemberg beschloss im Oktober 1763 bei der Jagd im naheliegenden
Glemswald, das Lustschloss "La Solitude" an einem einsamen
Platz auf den Höhen südwestlich von Stuttgart zu bauen. Der
Maurermeister Johann Friedrich Weyhing und der Hofmaler Nicolas Guibal
begannen, nach Carl Eugens Ideen zu planen. Mit dem Bau der Nebengebäude
wurde bereits im November desselben Jahres, mit dem Bau des Schlosses im
Jahr 1764 begonnen. Zur Gestaltung der Fassade des Rundbaus und der
Innenausstattung wurde, als man diesbezüglich nicht weiter wusste, ab
1767 der Architekt Philippe de la Guêpière hinzugezogen, der dann eine
kostbare Ausstattung im Stil des späten Rokokos und frühen
Klassizismus schuf. Die Fertigstellung des Baus erfolgte 1769. Zusätzlich
wurde ein riesiger Garten und eine Vielzahl von Gebäuden errichtet. Wie
bereits erwähnt, betrugen die Baukosten etwa den Gegenwert von 10
Tonnen Gold!
Herzog
Carl Eugen sorgte dafür, dass die Solitude ein knappes Jahrzehnt lang während
der Sommersaison zum Zentrum des höfischen Lebens wurde. Außerdem
nutzte Carl Eugen das Schloss als Rückzugsort und als Treffpunkt mit
seiner Maitresse Catharina Bonafini. 1772 brachte Carl Eugen seine Militärakademie
auf Solitude unter. Im Jahr 1775 gab Herzog Carl Eugen die Solitude zu
Gunsten des Schlosses Hohenheim auf, in dem er im Jahr 1793 starb. Dies
hatte dann leider den Zerfall des Schlosses Solitude zur Folge. 1788
wurden dann mehrere Nebengebäude abgebrochen, um 1810 waren bereits die
schönen Gärten und die meisten der darin befindlichen Gebäude
eingeebnet. Dadurch blieb nur noch der Kern der ehemals mit Lauben und
Lusthäusern ausgestatteten riesigen Gartenanlage erhalten. Die Akademie
Schloss Solitude ist seit 1990 in den restaurierten Räumen des
Officienbaus untergebracht.
Das
Schloss Solitude war damals durch eine fast 15 km lange, kerzengerade
Allee mit der Residenzstadt Ludwigsburg verbunden. Wenn Sie in dem schönen
Park stehen und Richtung Ludwigsburg blicken, können Sie heute noch
diese damals angelegte Allee sehr gut erkennen.
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